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Leash

| 7 Kommentare

Bau einer Leash: Benötigt wird ein ca. 6mm starkes Seil, ein Messer, ein Feuerzeug, einen Knickschutz und einen Doppelender

Beim Tauchen mit mehreren Stage-Flaschen kommt man irgendwann an den Punkt, an dem es unpraktikabel wird, weitere Stages in den vorderen linken D-Ring zu clippen. Normalerweise werden vorne nur maximal zwei Stages eingehängt getaucht. Sobald man nun aber eine dritte Stage-Flasche für den Tauchgang benötigt, stellt sich die Frage wohin damit?

Abhilfe schafft hier ein so genanntes Leash (englisch für Leine). Dabei handelt es sich, grob ausgedrückt, um ein Stück Seil, an das ein Doppelender-Karabiner geclippt ist. An dieses Leash kann man nun die dritte Stage hängen. Der Doppelender der Leash wird dann an den Hüft-D-Ring (links) geclippt. Anschließend kann man die Stage-Flasche hinten über den Oberschenkel zwischen die Beine führen. Dort ist sie dann, durch das Leash gesichert, recht komfortabel zu tauchen.

Wie Ihr Euch ein solches Leash selbst basteln könnt, möchte ich Euch im Folgenden vorstellen:


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Für ein Leash benötigt Ihr:

  • Ein ca. 6 mm starkes Seil
  • Ein Messer bzw. eine gute Schere
  • Ein Feuerzeug
  • Einen Doppelender-Karabiner
  • Einen Knickschutz oder wahlweise ein Stück Schlauch

Schritt 1: Länge des Seils abmessen

Schritt 1: Länge des Seils abmessen

Im ersten Schritt müsst Ihr nun die Länge des Seils abmessen.

Zur Orientierung: Die Leash besteht am Ende aus einem Doppelender (ca. 10 bis 12 cm lang, je nach Modell) und dem Seil. Die Leash soll Euch vom D-Ring auf Eurer linken Hüfte über den Oberschenkel bis zwischen die Beine reichen.

In meinem Fall habe ich mich für 48 cm Seil entschieden. Mit Knoten wird die Schlaufe des Leashs dann ca. 15 cm lang.

Schritt 2: Zuschneiden und die Enden des Seils verschmelzen

Schritt 2: Seil zuschneiden und die Enden erhitzen und veröden

Wenn Ihr die richtige Länge abgemessen habt, schneidet Ihr das Seil zu. Dann die Enden des Seils mit einem Feuerzeug zum Schmelzen bringen. Dadurch verhindert Ihr ein Aufgehen des Seils.


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Schritt 3: Knickschutz bzw. Schlauch einfädeln

Schritt 3: Knickschutz bzw. Schlauch für das Least einfädeln

Nun fädelt Ihr den Knickschutz bzw. den Schlauch auf das Seil.

Dies soll verhindern, dass sich das Seil verdreht und damit ein Einclippen der Stage erleichtern.

Ob Ihr hier einen Knickschutz (den sicherlich jeder noch irgendwo zuhause liegen hat) oder ein Stück Schlauch (z.B. dünner Gartenschlauch) benutzt, ist eigentlich egal. Beides ist gut geeignet. Der Schlauch liegt vielleicht (je nach Dicke) etwas enger an als der Knickschutz, aber ansonsten, gibt es keine Unterschiede.

Schritt 4: Die beiden Enden verknoten

Schritt 4: Die beiden Enden verknoten mit einem Shockloop-Knoten

Jetzt verknotet Ihr die beiden Enden des Seils miteinander. Hierzu bietet sich der Shockloop, oder auch Fischerknoten genannt, an.

Eine Detaillierte Anleitung findet Ihr hier: Shockloops


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Das Endergebnis: Das Leash

Das fertige Leash

Als Endergebnis habt Ihr nun ein einsatzbereites Leash, an dem Ihr eine Stageflasche (oder auch mehrere) einigermaßen bequem zwischen Euren Oberschenkeln transportieren könnt.

Wenn das Leash nicht benötigt wird verschwindet es ganz einfach in der linken Beintasche des Trockentauchanzugs.

Randnotiz zum Schluss: Ich habe auch schon einmal gehört, dass das Leash beim Abschleppen eines Tauchers mit dem Scooter zum Einsatz kommt … aber das ist eine andere Geschichte.

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7 Kommentare

  1. Warum verwendest du einen Doppelender? Ist der zusätzliche Karabiner nicht eine Schwachstelle? Ich persönlich würde einen Boltsnap verwenden und beide Stränge durch den Schlauch ziehen und am anderen Ende des Schlauchs einen Edelstahlring befestigen.
    Gruß, Sebastian

    • Sebastian,
      GUE fährt auf Doubleender ab – und einen leash darf man auch nur
      mit tech 1 benutzen :-)

      Ich stimme Dir zu. Ich hätte ebenfalls Bedenken, dass der Doubleender durch eine Unachtsamkeit am falschen Ende aufgeht – und schwups sind die stage’s weg.
      Die Variante mit Stahlring ist daher meine Wahl und ebenfalls easy zu bauen.

      Übrigens würde ich ansatt Knickschutz oder Gardena-Gartenschlauch lieber zu Jakobs-Autoteile gehen und mir dort ein Stück Treibstoffleitung kaufen. Sieht einfach mehr nach DIR aus :-)

      Frohes tauchen mit leash & Co.

      • Hallo.
        Spontan hätte ich mir eine Leash auch nach Anleitung von dir-m gebaut: http://www.dir-m.com/utilities/leash/index.php (also mit Boltsnap und Stahlring).

        Stefan, gibt es aus deiner Sicht Gründe, wieso du dich für deine Methode entschieden hast?

        Gruß, Thomas

        • Hola!

          Meine Hintergedanken waren, dass ich bei der Vorgestellten Variante zwei Vorteile habe gegenüber der Variante mit dem Metall-Ring:

          1. Falls sich Stages und Leash so verheddern, dass ich sie nur unter viel Aufwand trennen könnte, setze ich einfach das Messer an und die Flaschen sind frei.
          2. Ich kann durch den Doppelender die Gesamtlänge der Leash noch ein wenig beeinflussen. Heißt: Bei hauptsächlich leeren Stages nehme ich einen kürzeren Doppelender mit- damit hängen die Stages dann ein wenig näher am Taucher.

          Das waren so meine Ideen hinter dem Ganzen :)

          Grüße
          Stefan

  2. Moin also das mit dem Doppelender halte ich für nicht so schön, die Lösung mit der offenen Schlaufe auf Bild 1 auf DIR M habe ich für mich als sehr gut herrausgestellt.
    Holger

  3. Pingback: Kalter Tauchgang « stefanstauchblog

  4. @ Thomas: Spontan?? Mach dir mal spontane “eigene” Gedanken zum Bau einer Leash. Eigene Gedanken sind sehr viel wert, und du erkennst das die Leash auf Wilke´s Seite ne echte Schwachstelle hat, die so simpel auszuschalten ist. Viele heutigeTaucher rennen mit gesenktem Kopf einfach nur hinterher…..
    sonstige Grundgedanken:
    * Edelstahlring bzw. D-Ring–grundsätzlicher Ansatz, sehr schön im Handling
    * Boltsnap–und kein!! Doppelender, Argument der Längenflexibilität greift hier nicht wirklich, auch die doppelte Öffnung hier keinen Sinn-nur zusätzliche “Schwachstelle”.

    @ Stefan: zu deiner Leashvariante: Schlauch müßte länger sein ( Knickschutz zu kurz ), und das Seil dann straffer, so könnte sich ein Verdrehen nicht einstellen, wenn jetzt noch der Wirbel eines Boltsnap greift, alles perfekt.

    Dirk

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