Tipps für Taucher

Tipps rund um das Thema "Tauchen"

Einsteigerserie: Trockentauchen (Teil 1)

| 1 Kommentar

Passend zum doch noch etwas kühleren Wetter möchte ich heute eine neue Serie hier im Blog einführen: Die “Einsteigerserie”. Diese Serien werden sich an Anfänger und Interessierte an bestimmten Bereichen des Tauchens wenden. Die erste Serie behandelt in den kommenden Wochen das Thema “Trockentauchen”.

Viele, die das Tauchen mit Begeisterung angefangen haben, stehen irgendwann einmal vor der Frage, was man machen kann um das ganze Jahr über tauchen zu können. Entweder man verbringt den Winter auf der Südhalbkugel oder man fängt an sich über Trockentauchanzüge zu informieren. Diese erste Einsteigerserie möchte ich nutzen, alle Interessierten an diesem Thema mit hilfreichen Tipps und Hinweisen rund um das Trockentauchen zu versorgen. Mit dem heutigen Artikel werden es 7 Themen, die in den kommenden Wochen immer donnerstags hier veröffentlichet werden:

  • Allgemeine Übersicht: “Was ist Trockentauchen”
  • Verschiedene Anzugtypen und Besonderheiten
  • Isolierstrategien (Unterzieher)
  • Isolierstartegien 2 (Hände, Kopf)
  • Zusatzausrüstung für Trockentauchanzüge
  • Pflegetipps
  • Tipps, Tricks, Bücher, Links


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Allgemeine Übersicht: “Was ist Trockentauchen?”

Mit dem Thema Trockentauchen kommt bestimmt jeder Taucher früher oder später in Kontakt. Aber was genau ist das? Man hört immer wieder, dass Trockentauchen nur etwas für Verrückte und Eistaucher sei. Der Anzug ist teuer und wenn er einmal kaputt geht, läuft er sofort mit Wasser voll und man kann sich nur noch mit Mühe und Not an die Wasseroberfläche retten! Aber stimmt das wirklich?

Trockentauchanzug vs. Neoprenanzug

Der Neoprenanzug (oder auch Nasstauchanzug oder auch Halbtrockentauchanzug) gehört in der Karriere eines Tauchers zu einem der ersten Ausrüstungsgegenstände, die man sich zulegt und ist daher allen Tauchern ein vertrautes Ausrüstungsteil. Neopren ist in wenigen Worten ausgedrückt aufgeschäumtes Gummi. Das heißt, das Gummi wurde in flüssigem Zustand mit Gas versetzt, und schließt dieses somit ein. Der Neoprenanzug isoliert im Wesentlichen durch seine Dicke und durch das Wasser, das sich zwischen Anzug und Körper sammelt und somit durch die Körperwärme erwärmt wird.

Der Trockentauchanzug fährt hier eine völlig andere Strategie: Der Anzug selbst ist völlig wasserundurchlässig. Das heißt, es gelangt kein Wasser direkt an den Körper. Die Isolation erfolgt hier durch die im Inneren des Anzugs eingeschlossene Luft und die verschiedenen Schichten der Isolierung (auf diese werde ich im 3. Artikel der Serie eingehen). Wasserkontakt hat man beim Trockentauchen nur an den Händen und am Kopf (hier gibt es aber auch Ausnahmen, die ich im 4. Artikel behandeln werde).

Wie unterscheidet sich ein Trockentauchanzug?

Die Halsmanschette

Besonderheiten des Trockentauchanzugs: Halsmanschette

Um den Trockentauchanzug wasserdicht zu machen, hat der Anzug am Hals eine Manschette. Hierfür gibt es mehrere Materialien, die heute Verwendung finden:

  • Latex (hier auf dem Bild zu sehen)
  • Glatthautneopren
  • Silikon

Die Manschette sollte man vor dem ersten Tauchgang zuschneiden. Sie soll zwar so eng am Hals anliegen, dass kein Wasser in das Innere des Anzugs gelangt, darf aber auch nicht so eng anliegen, dass es unangenehm ist (bei engen Halsmanschetten ist hier Vorsicht geboten, da es zu einer Blutunterversorgung des Gehirns kommen kann!). Fragt vor eurem ersten Tauchgang am Besten jemand, der mit dem Zuschneiden schon Erfahrung hat!

Die Armmanschetten

Besonderheiten des Trockentauchanzugs: Armmanschetten

Wie am Hals gibt es auch an den Armen Manschetten. Diese sind ebenfalls aus den oben beschriebenen Materialien gefertigt. Auch die Armmanschetten musst Du vor dem ersten Tauchgang zuschneiden! Sind diese zu eng kommt es schnell zu kalten Fingern.

Das Einlassventil

Besonderheiten des Trockentauchanzugs: Das Einlassventil

Am Einlassventil eines Trockentauchanzugs kann man sofort den Unterschied zu einem Nasstauchanzug erkennen. Das Einlassventil, das meist in der Brustregion angebracht ist, dient dazu mit einem Inflatorschlauch Luft, oder ein anderes Tariergas, in den Anzug zu leiten. Beim Abtauchen wird die bereits im Anzug befindliche Luft komprimiert, das heißt, der Anzug “wird enger”. Um diesem Effekt entgegen zu wirken, kann man Luft in den Anzug lassen. Das heißt, man gleicht den Druck im Anzug dem Umgebungsdruck an!

Das Auslassventil

Besonderheiten des Trockentauchanzugs: Das Auslassventil

Das Auslassventil dient dazu die sich wieder ausdehnende Luft beim Auftauchen abzugeben. Das Ventil sitzt bei den meisten Anzugmodellen auf dem linken Oberarm. Es gibt verschiedene Einstellungsvarianten. Man kann das Ventil komplett schließen; das heißt, dass Luft nicht automatisch aus dem Ventil gelangen kann. Um Luft abzulassen muss man auf das Ventil drücken. Wenn man das Ventil komplett geöffnet taucht, kann Luft bei Auftauchen automatisch austreten. Dazwischen gibt es verschiedene Stellungen, die das Ventil mehr oder weniger schnell auf den steigenden Druck im Anzug reagieren lassen.


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Die Füßlinge

Besonderheiten des Trockentauchanzugs: Angesetzte FüßlingeEin weiteres typisches Merkmal für Trockentauchanzüge sind die angesetzten Füßlinge. Diese Füßlinge gibt es je nach Hersteller in verschiedenen Varianten und Materialstärken. Die Füßlinge hier auf dem Bild sind so genannte Turbo Soles. Diese sind recht flexibel und erlauben somit einen besser steuerbaren Flossenschlag. Das Band, das man auf dem Bild noch erkennen kan, dient dazu den Füßling gut am Fuße zu fixieren. Denn auch in den Füßling kommt Luft während des Tauchens. Sollte der Füßling nicht richtig sitzen, kann er verrutschen, was während des Tauchens sehr unangenehm ist! Einige Trockentauchanzüge haben anstatt Füßlinge nur Socken an den Anzug angesetzt. Dafür benötigt man dann noch separat erhältliche Schuhe. Diese empfehlen sich zum Beispiel bei einem steinigen Weg zum Tauchplatz.

Zusammenfassung

Der Trockentauchanzug unterscheidet sich doch in einigen Punkten von einem “normalen” Tauchanzug. Neben der Wasserdichtigkeit kommen auch noch einige ungewohnte Manschetten und Ventile hinzu. Anfangs ist das sicherlich ein bisschen verwirrend, da beim Umstieg Neoprenanzug – Trockentauchanzug dann auch noch das “Steuern” des Anzugs zum Tauchen dazukommt. Aber der Trockentauchanzug hat auch nicht zu vernachlässigende Vorteile!

Diese Vorteile möchte ich euch im nächsten Artikel der Serien “Verschiedene Anzugtypen und Besonderheiten” vorstellen.

Ihr habt Fragen oder Anregungen zum Thema “Trockentauchen”? Dann hinterlasst mir einen Kommentar. Die kommenden Artikel sind noch in der Entstehungsphase, sodass die Chance besteht, dass ich auf Fragen etc. noch eingehen kann!

Ein Kommentar

  1. Hallo, ich hatte einen Kallweit-Trocki, da funktionierte alles rech problemfrei, jetzt habe ich einen Fusion Bullet mit Apeks-Auslassventil. Das habe ich beim Tauchen ganz geöffnet. Leider habe ich bei dem Bullet fast immer einen nassen linken Arm. Ich vermute, dass Wasser tritt beim Luftablas ein.
    Was kann ich tun?
    Gruß
    Enno

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