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Grundlagen: Tanklampen

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Grundlagen Tanklampen

In den vergangenen Jahren und Monaten habe ich auf Tipps für Taucher schon einige Artikel zum Thema Tanklampe veröffentlicht. In allen ging es um Tipps, wie man z.B. einen Boltsnap am Lampenkopf befestigt, die Schellen des Lampentanks abdeckt usw. Ich bin aber noch nie auf den Aufbau einer Tanklampe eingegangen und welche Vorteile diese Art der Tauchlampe hat. Dies möchte ich nun mit diesem Artikel nachholen!

Tanklampen bestehen, grob gesagt, aus einem Lampenkopf (der leuchtet), einem Akku-Tank und einem Kabel, das beides verbindet. Der Akkutank wird auf der rechten Seite (vom Taucher aus gesehen) auf den Bauchgurt aufgefädelt und dort mit einer Gurtschnalle gesichert. Der Lampenkopf sitzt auf dem Handrücken der linken Hand. Das Lampenkabel läuft somit einmal quer über den Oberkörper.

Warum taucht man Tanklampen? Die DIR-Taucherei ist in den 90er Jahren in den Höhlen Floridas entstanden. Zu dieser Zeit gab es noch keine Lampen, die es einem Taucher erlaubten für mehrere Stunden Licht mit in eine Höhle zu nehmen. Da die Akkutechnologie zu dieser Zeit auch noch nicht auf dem heutigem Stand war, waren die Akkus noch sehr groß. Das heißt, eine Lampe, die man in der Hand halten konnte, und die mehrere Stunden Licht liefern konnte, gab es nicht. Daher wurde die Lösung gefunden, den Akku von der eigentlichen Lampe zu trennen. Vorteil ist, dass man den (relativ) leichten Lampenkopf auf der Hand tragen kann und den schweren Akku sehr nahe am Körper trägt.

In der heutigen Zeit werden die Akkus zwar immer leistungsfähiger und kleiner, aber das Prinzip der Tanklampe hat sich gerade im Bereich des technischen Tauchens etabliert.

Die hier gezeigte Lampe – eine Halcyon 21 Watt HID Lampe, mit 13,5 AH NIMH Akku – ist meine aktuelle Hauptlampe. Sie wird in diesem Jahr bereits 10 Jahre alt. Die HID-Technik ist im Bereich des Tauchsports mittlerweile eher auf dem absteigenden Ast. Neue Lampen setzen komplett auf die LED-Technik.

Besonders der HID-Brenner (siehe auch weiter unten im Artikel) ist sehr anfällig. Insbesondere Schläge (durch unvorsichtigen Umgang, Fallen-lassen, etc.) sind für den Brenner in den meisten Fällen der Tod. Ich habe in meinem Leben als Besitzer einer HID Tanklampe in der Zwischenzeit bereits den vierten Brenner in der Lampe verbaut (bei einem Stückpreis von ca. € 180,00).

Aber weg von meiner Lampe, hin zu einem allgemeinen Überblick, wie genau Tanklampen aufgebaut sind. Denn hier ist der Aufbau, sowohl bei HID- als auch bei LED-Lampen, gleich.

Aufbau einer Tanklampe

Wie bereits oben beschrieben, ist eine Tanklampe im Prinzip in zwei Teile aufteilbar:

  • Der Lampenkopf
  • Der Akkutank
Beide sind mit einem Kabel verbunden.
Im Folgenden möchte ich Euch die einzelnen Teile einer Tanklampe näher vorstellen.

Der Lampenkopf

Der Kopf der Lampe

Der hier gezeigte Lampenkopf ist ein HID-Lampenkof. Das „HID“ steht in diesem Fall für die Art des Leuchtmittels. HID bedeutet „High Intensity Discharge“. Auf Deutsch nennt man diese Leuchtmittel Hochdruck-Gasentladungslampen. Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet weitere Details auf wikipedia.

Der Lampenkopf von oben: Links sieht man den Reflektor, dahinter sitzt der Goodman Handle, dahinter der so genannte Ballast.

Auf dem oberen Bild kann man schön den Aufbau eines solchen HID-Lampenkopfes sehen. Von rechts nach links sind folgende Teile zu sehen:

  • Kabel mit E/O-Cord (hierzu unten mehr)
  • Der Ballast, der die Stromspannung regelt
  • Der Goodman Handle mit Reflektor. In diesem sitzt auch der HID Brenner
Wenn Ihr den Kauf einer Tanklampe plant, so müsst Ihr Euch im wesentlichen über zwei Dinge Gedanken machen:
  • Welche Lichtlieferleistung benötige ich?
  • Wie lange soll die Lampe brennen?
Was die Leistung der Lampe angeht, solltet Ihr Euch Gedanken machen, in welchen Umgebungen Ihr die Lampen einsetzen werdet. Nur zum gemütlichen Tauchen im Baggersee? Oder zum Penetrieren von Wracks oder Höhlen. In diesem Fall sollte es eine deutlich lichtstärker Lampe sein.
Wenn Ihr Euch aktuell LED-Lampenköpfe anschaut, so sind diese meist viel kompakter als die HID-Lampenköpfe. Vom Aufbau her sind sie aber mit Reflektor und Goodman Handle nahezu identisch.

Der Akkutank

Der Behälter, der den Akku während des Tauchgangs aufnimmt

Der Akkutank ist ein (in der Regel) runder Behälter, der den Akku während des Tauchgangs druckdicht aufnimmt. Der Tank an sich ist meist aus einem Stück Kunststoff gefräst. An ihn werden zwei Verschlüsse geschraubt, die den Deckel am Tank befestigen. Mit Hilfe von zwei Schellen ist ein Stück Gurtband am Akkutank befestigt. Dieses dient dazu den Akkutank auf das Gurtband der Bebänderung aufzufädeln.

Akkutanks gibt es – je nach Größe der Akkus – in unterschiedlichen Längen und Durchmessern.

Früher waren diese Tanks teils riesig, da sie sehr große Bleigel-Akkus aufnehmen mussten. Mit den neuen NIMH oder auch Lithium-Ionen Akkus kann man deutlich kleinere Akkus fertigen, die dann auch einen deutlich kleineren Tank erfordern. Auch die Einführung der LED-Technik bei den Lampen, hat dazu geführt, dass die Akkus eher kleiner werden.

Seitlich am Akkutank ist eine Schlaufe aus Gurtband befestigt. Diese erlaubt es, den Akkutank auf den Bauchgurt der Bebänderung zu fädeln.

Der Akkutank-Deckel

Der Deckel des Akkutanks. Mit An-/ Ausschalter und Lampenkabel

Der Akkutank wird mit einem Deckel verschlossen. Dieser wird mit Hilfe von zwei Verschlüssen am Akkutank befestigt.

Bei den meisten Tanklampen befindet sich oben auf dem Deckel der An-Aus-Schalter der Lampe. Entweder per Kippschalter (wie hier oben zu sehen) oder auch als Piezo-Schalter.

Das Lampenkabel ist meist direkt am Tank mit einem Knickschutz versehen.

Der Akkutank-Deckel von unten. Zu sehen sind die Kontakte, die mit dem Akku verbunden werden. Der blaue O-Ring dichtet den Akkutank ab.

Auf der Unterseite des Tankdeckels befinden sich die Anschlüsse für den Akku. Auf dem Bild oben zu sehen, sind zwei Gold-Stecker, die direkt in den Akku gesteckt werden, und somit Kontakt herstellen. Gerade bei älteren Tanklampen gab es hier auch etwas rustikalere Kabel- und Steckverbindungen.

Das Blaue, am Rand des Deckels ist der O-Ring, der den Akkutank abdichtet. Je nach Hersteller kommen hier auch zwischen einem und drei O-Ringen zum Einsatz.

Der Akku

Der Akku der Tanklampe

Je nach Hersteller kommen auch unterschiedliche Akkus zum Einsatz. Die gängigsten sind, bzw. waren:

  • Bleigel-Akkus: Diese kamen zur Anfangszeit der Tanklampen zum Einsatz. Sie waren sehr groß und schwer und bedurften eines sehr großen Lampentanks. Heute sieht man diese Art Akkus kaum noch.
  • NIMH-Akkus: Nickel-Metallhydrid-Akkus waren die nächste Stufe auf der Entwicklungsleiter. Sie wurden schon deutlich kleiner als die Bleigel-Akkus.
  • Li-Ionen: Lithium-Ionen-Akkus sind der aktuelle Stand der Technik. Sie werden auch in Mobiltelefonen, Laptops und Elektroautos verbaut.

Neben der Leuchtkraft der Lampe ist auch die Größe des Akkus ein Punkt, den man vor dem Kauf einer Tanklampe bedenken muss.

Soll die Lampe eher für vergleichsweise kurze Tauchgänge im Meer genutzt werden, oder wollt Ihr mit der Lampe für längere Tauchgänge in eine Höhle? Hiervon ist abhängig, wie groß der Akku werden sollte. Viele Hersteller bieten daher auch unterschiedliche Größen an Akkus für Ihre Lampen an.

Der Brenner/ Das Leuchtmittel

Ballast und Brenner einer Halcyon HID Lampe

Wie bereits oben erklärt, zeigen alle hier abgebildeten Bilder eine HID-Lampe. Auf dem oberen Bild seht Ihr nun den Lampenkopf, von dem der Reflektor und Goodman Handle abmontiert wurden.

Der linke Teil ist der sogenannte „Ballast“. Dieser regelt die Stromspannung, die dann in den Brenner bzw. das Leuchtmittel geleitet wird. Das Leuchtmittel befindet sich unter einem „Reagenzglas“, das es vor Wasser schützt. Der Englische Begriff für dieses Reagenzglas ist „Testube“.

Reflektor und Goodman Handle einer Tanklampe

Der Reflektor, der für die Fokussierung des Lichtstrahls zuständig ist, ist mit dem Goodman Handle verbunden. Der Goodman Handle ist ein Griff, der es erlaubt den Lampenkopf auf dem Handrücken zu tragen. Der Vorteil ist, dass man die Hand trotz aufgesetzter Lampe immer noch nutzen kann. Der Taucher muss den Lampenkopf nicht in der Hand halten, sondern hat ihn bequem auf der Hand sitzen.

Reflektor mit Goodman Handle von der Seite. Hier zu sehen eine weiße Schraube, mit der man den Lampenstrahl fokussieren kann.

Auf dem Bild oben ist noch eine weiße Schraube zu sehen, die aus dem Reflektor herausragt. Diese Schraube dient zum einen dazu den Reflektor am Leuchtmittel zu fixieren. Man kann mit Ihr aber auch die Fokussierbarkeit des Lampenstrahls steuern.

Gummidichtung des Brenners. Dieser befindet sich in einer sogenannten Testube und ist mit mehreren O-Ringen gedichtet.

Auf dem oberen Bild seht Ihr die Abdichtung der Testube. Bei dieser Lampe ist die Testube mit drei O-Ringen gedichtet.

E/O-Cords

E/O-Cords erlauben es Lampenkopf und Akkutank zu trennen

Ein Zusatz, den man für Tanklampen bekommen kann, sind die sogenannten E/O-Cords. Dies sind Steckverbindungen, die auch unter Wasser gesteckt werden können. Somit kann man während des Tauchgangs den Lampenkopf vom Akkutank trennen. Dies kann zum Beispiel bei längeren Höhlentauchgängen sinnvoll sein, wenn man einen defekten Lampenkopf austauschen möchte. Man kann die E/O-Cords aber auch dazu nutzen, um neben einem Lampenkopf zum Beispiel auch eine Heizung für den Trockentauchanzug an den Akttank anzuschließen.

E/O-Cords kann man entweder direkt beim Kauf der Lampe bereits dazubestellen, oder man kann sie im Nachhinein noch nachrüsten lassen.

Preise

Tanklampen sind nicht ganz preiswert. Die Premium-Modelle liegen im Bereich um die €1.500,00. Einsteigermodelle gibt es bereits ab €600,00.

Wenn Ihr Euch aktuell nach Tanklampen umschaut, werdet Ihr fast nun noch LED-Lampen finden. Dies ist aktuell der Standard im Bereich Lampen für Taucher.

 

Das war mein kleiner Einblick in den Bereich der Tanklampen für Euch. Ich hoffe ich konnte hier mit einigen Fragen weiterhelfen.

Weitere Basteltipps rund um das Thema „Tanklampen“ findest Du hier:

Gummischlaufe am Lampenkopf befestigen
Die Metallschellen des Lampentanks abdecken
Boltsnap-Karabiner am Lampenkopf befestigen
Burn-Test des Lampen-Akkus

Ein Kommentar

  1. Hallo,
    wie immer ein spannender Artikel. Auf der BOOT wurden dieses Jahr wieder viele neue Lampen vorgestellt.
    Einige Hersteller bieten dabei komplette Lampen an, die auf dem Handrücken getragen werden und nicht größer sind als mein jetziger Lampenkopf mit durchaus schon akzeptablen Lichtleistungen und Brenndauern. Nach deren Meinung wird in dieser Technik die Zukunft liegen und schwere separate Lampenakkus und die Kabelverbindung überflüssig machen.
    Ich bin gespannt, wie es in ein paar Jahren aussehen wird.
    Uli

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