Tipps für Taucher

Tipps rund um das Thema "Tauchen"

Burntest des Lampen-Akkus

| 6 Kommentare

Burntest beim Akku der Tanklampe

Beim Kauf einer neuen Lampe achten viele Taucher darauf, wie lange die Lampe denn Licht gibt. Allerdings ist ja auch bekannt, dass Akkus nach einigen (vielen) Ladezyklen an Speicherkraft verlieren. Sprich, die Lampe brennt nicht mehr so lange wie es der Händler beim Kauf angegeben hat. Gerade im Bereich des technischen Tauchens oder des Höhlentauchens sollte man aber wissen wie lange die Lampe tatsächlich brennt, um nicht plötzlich in einem Wrack oder einer Höhle im Dunklen zu stehen.

Daher beschäftigt sich der heutige Artikel mit dem so genannten Burntest. Zu deutsch: Test der Brenndauer.

Ihr benötigt:

Für einen Burntest benötigt Ihr folgende Dinge:

  • Tauchlampe/ Tanklampe (mit Ladegerät)
  • Voltmeter
  • Eimer mit Wasser
  • Ein “bisschen” Zeit

Den Eimer benötigt Ihr, wenn Ihr eine HID Lampe taucht. Bei diesen Lampen wird der Brenner im Lampenkopf ohne Wasserkühlung sehr heiß. Um einen Defekt der Lampe zu verhindern, müsst Ihr den Lampenkopf während des gesamten Burntests in einem Eimer mit kalten Wasser brennen lassen.

Im Folgenden möchte ich Euch die Schritt-für-Schritt-Anleitung am Beispiel einer Halcyon Explorer 13,5 AH 21 Watt HID Tanklampe vorstellen.


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Schritt 1: Gebrauchsanweisung lesen

Bevor Ihr mit dem Burntest beginnt, werft auch mal einen Blick in die Gebrauchsanweisung Eurer Lampe. In der Halcyon-Gebrauchsanweisung gibt es ein eigenes Kapitel, das sich mit dem Burntest beschäftigt.

Ebenfalls findet Ihr eine kleine Anleitung direkt auf der Website von Halcyon.

Schritt 2: Akku geladen?

Im nächsten, vorbereitenden Schritt, müsst Ihr sicherstellen, dass der Akku auch vollständig geladen ist. Sollte der Akku schon eine Weile unbenutzt gewesen sein, so macht die Lampe einsatzbereit und lasst sie für etwa 10 Minuten brennen. Auch hier wichtig: Wenn der Brenner Eurer Lampe Wärme produziert, legt ihn in einen Eimer mit Wasser!

Aber Achtung: Nicht den Akku in Kontakt mit Wasser bringen!

Nach den 10 Minuten schließt Ihr den Akku an das Ladegerät an und lasst ihn vollständig aufladen.

Schritt 3: Das erste Messen

Die Kontakte zwischen Lampendeckel und Akku

Nach diesen Vorbereitungen steht jetzt das erste Messen des Akkus an: Dazu das Voltmeter anschalten und die richtige Einstellung wählen (auch hier rät sich der Blick in die Gebrauchsanweisung). Den angezeigten Wert notieren!

Bei mir waren es zum Beispiel 13,29 Volt.

Wie Ihr im Bild sehen könnt, haben die Halcyon Lampen Ihre Kontakte mittlerweile so gut verbaut, dass man diese nur erreichen kann, wenn man den Deckel der Lampe nicht komplett auf den Akku steckt. In den Zwischenraum passen die Messfühler des Voltmeters aber perfekt!


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Schritt 4: Der Aufbau

Nun könnt Ihr mit dem Aufbau beginnen; sprich, ihr verbindet den Lampenkopf mit dem Akku. Achtet darauf, dass Ihr an die Kontakte, an denen Ihr messen wollt, gut erreichen könnt. Dann schaltet die Lampe an und legt den Lampenkopf gegebenenfalls in den Wassereimer. Achtet auch hier darauf, dass der Akku nicht in Kontakt mit Wasser gerät!

Schritt 5: Messintervalle

Jetzt ist es wichtig sich zu überlegen, in welchen Zeitabständen Ihr den Akku messen möchtet. Ich habe in der ersten Stunde alle 10 Minuten gemessen, einfach um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie schnell die Voltzahl fällt.

Die Brenndauer meines Akkus war von Werksseite mit 6 Stunden angegeben. Ab der zweiten Stunde bin ich dann auf Zeitintervalle von 20 Minuten umgestiegen. Ab dem Beginn der Stunde 6 wieder auf die 10 Minuten Intervalle.

Halcyon hat in der Gebrauchsanweisung vorgegeben, dass man den Wert von 10 Volt auf keinen Fall unterschreiten darf! Ansonsten würde der Akku Schaden nehmen. Und diesen Wert gilt es zu kontrollieren.

Schritt 6: Das Messen selbst

Messen des Akkus

Bei den einzelnen Messungen kurz die Messfühler des Voltmeters an die Kontakte des Akkus anlegen und den Wert abmessen. Um später auch eine Kontrolle zu haben, wie die Voltzahl Eures Akkus abnimmt, notiert die Werte auf einem Blatt Papier.

Im Bild zu sehen ist der Eimer im Hintergrund, in dem der Lampenkopf brennt und gekühlt wird.

Schritt 7: Akku beschriften

Akkubeschriftung: Datum und Brenndauer

Wenn Euer Akku in den Bereich kommt, in dem Ihr die Lampe ausmachen solltet, habt Ihr die Brenndauer des Akkus ermittelt!

Hier bietet es sich dann an, die Brenndauer mit Datum auf dem Akku zu vermerken. So habt Ihr immer direkt im Blick wie lange der Akku “brennt”, den Ihr für den Tauchgang verwenden möchtet.

Den gleichen Burntest kann man natürlich auch für Scooter- oder Heizungsakkus durchführen.


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Schritt 8: Akku wieder vollständig laden

Direkt im Anschluss an den Burntest müsst Ihr Euren Akku wieder vollständig aufladen. Dies trägt deutlich zur Verlängerung der Lebensdauer bei!

Mein Ergebnis:

Der Aufbau bei einem Burntest

Wie oben bereits erwähnt, hatte mein Akku die Vorgabe, dass er für 6 Stunden Brenndauer Energie liefert. Nachdem der Akku nun auch schon 2 Jahre alt ist, hatte ich eigentlich mit einer Brenndauer gerechnet, die unterhalb von 6 Stunden liegen würde.

Hier meine Ergebnisse der einzelnen Messungen (der Kürze halber in 30 bzw. 60 Minuten-Schritten):

0 min 13,29 Volt
30 min 12,65 Volt
60 min 12,46 Volt
120 min 12,08 Volt
180 min 11,88 Volt
240 min 11,75 Volt
300 min 11,52 Volt

Bis hierher waren 5 Stunden um. Ab dann bin ich zu 10-minütigen Messintervallen übergegangen:

310 min 11,46 Volt
320 min 11,40 Volt
330 min 11,30 Volt
340 min 11,20 Volt
350 min 11,05 Volt
360 min 10,81 Volt

Hier habe ich dann auch abgebrochen. Das Messergebnis zeigt auch ganz klar, dass der Akku auf alle Fälle noch Energie für 6 Stunden Licht beim Tauchen liefert!

6 Kommentare

  1. Hi,

    in deinem Schlusssatz schreibst du: “…, dass der Akku auf alle Fälle noch Energie für 6 Stunden Licht beim Tauchen liefert!”, hierzu möchte ich nur zu bedenken geben, dass die Wassertemperatur um einiges niedriger als deine Zimmertemperatur ist. Mit zunehmender Kälte verringert sich die Kapazität deines Akkupacks.
    Man sollte diesen Aspekt auf keinen Fall vergessen, vor allem bei kleineren Akkupaketen, bei denen die Brenndauer an sich nicht sehr lange ist.

    Anstatt den Brenner abzunutzen, könnte man auch einen Widerstand nutzen, um die Brenndauer festzustellen. Ein gute Beschreibung dazu findet sich hier:

    http://www.direxplorers.com/specialist-dir-kit/12127-diy-burn-tester.html

    Gruß

    Marcel

  2. Moin,

    vielen Dank erstmal für diesen wieder mal hervorragenden Artikel samt guten Fotos!

    Eine kleine Ergänzung: Ich würde zum Burntest den Lampenkopf immer in Wasser lagern, egal ob HID, Halogen oder LED. Nahezu alle Unterwasserlampen werden bei mehreren Stunden im Trockenbetrieb sehr warm und auch LED macht das nicht gerne mit.

    Viele Grüße
    Niko

  3. Hallo,
    wiedermal ein sehr informativer Artikel! Allerdings würde ich wie Marcel den Akku mit einem Widerstand belasten anstatt den teuren HID Brenner zu verwenden.

    Gruß, Sebastian

  4. Hier nochmal ein guter Link zu einem Burntester:
    http://niehuesweb.org/fluxkompensator/index.html

  5. Hallo Stefan,
    wieder einmal ein klasse Artikel. Vielen Dank dafür. Jetzt muss ich nur mal sehen, wie ich an die Kontakte meiner Tilly-Lampe komme :)

    Gruß, Thomas

  6. einfach im Winter vor der Tür machen und dann hast das Problem mit dem Wärmeunterschied nicht mehr…

    :-)

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