Tipps für Taucher

Tipps rund um das Thema "Tauchen"

Miniserie: Arbeiten auf einer Tauchbasis Teil 2 FAQ

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Arbeiten auf einer Tauchbasis

Nachdem Ihr im letzten Artikel der Miniserie schon mal so ein bisschen “Tauchbasis-Luft” schnuppern durftet, möchte ich heute – auch wieder mit Hilfe – die wichtigsten Fragen beleuchten, die Ihr Euch im Vorfeld stellen solltet, bevor Ihr auf einer Tauchbasis mit arbeiten beginnt.

Daher auch die Überschrift FAQ – Frequently Asked Questions. Wie der Name schon sagt, soll dieser Artikel die gängigsten Fragen rund um das Thema “Arbeiten auf einer Tauchbasis” behandeln. Unter den Fragen werdet Ihr die Kürzel RR und SF finden. Die RR-Antworten kommen von Richard, der den ersten Artikel der Serie getippt hat. SF bin natürlich ich! Solltet Ihr noch Ideen oder Ergänzungen haben, können wir diese gerne noch einbauen!

1. Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?

RR: Wie bereits erklärt, ist in diesem Job viel körperliche Arbeit involviert. Die Anzahl der Kunden bestimmt deinen Arbeitstag. Des weiteren sind gute soziale Fähigkeiten wichtig und idealerweise Fremdsprachen.

SF: Eine gewisse Belastbarkeit ist unabdingbar. Auch ein etwas dickeres Fell kann gegenüber dem ein oder anderen Kunden ganz gut sein. Ansonsten idealerweise natürlich einen Tauchschein und eine gewisse Erfahrung. Am wichtigsten sollte aber sein, dass Du Spaß am Tauchen hast.


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2. Wie finde ich die richtige Tauchbasis?

RR: Die Wahl der richtigen Tauchbasis zur Bewerbung ist mit Sicherheit eine entscheidende auf dem Weg zum professionellen Tauchen.
Das Gesamtbild der Basis muss professionell sein – am Besten man macht selbst einen Kurs oder ein paar Tauchgänge bei der Basis der engeren Wahl. Auf die Weise lernt man die Basis persönlich kennen und kann einen Einblick in das Arbeitsumfeld der Angestellten bekommen. Außerdem kann man so ganz unverbindlich auch die Basis mit seinen guten taucherischen Fähigkeiten überzeugen.
Die Website der Tauchbasis sollte nicht nur mit klarem Wasser werben, sondern auch Referenzen nennen können, die eine gut aufgestellte Logistik repräsentieren. Oft ist hier ein Lebenslauf der wichtigen Teammitglieder oder auch des Leiters veröffentlicht.

Die Preise der Tauchkurse können auch ein Hinweis darauf sein, ob die Tauchbasis damit wirbt die „billigste“ zu sein (was sich bei der Qualität des Materials und den Gehältern widerspiegelt) oder ob auf Qualität und das Wohlbefinden des Tauchers Wert gelegt wird.

SF: Frag andere, die schon einmal auf einer Basis gearbeitet haben. Vielleicht hast Du auch einen Tauchlehrer in Deinem Tauchclub oder Deinem Tauchshop, der schon einmal im Ausland gearbeitet hat, und eine gewisse Erfahrung mitbringt. Ansonsten kannst Du auch bei Deinem Tauch-Verband anfragen. Dort stehen die Chancen recht gut, dass Du eine Übersicht über Tauchbasen bekommst, die auch Tauchlehrer bzw. Assistenten ausbilden.

3. Wie sind die Arbeitszeiten?

RR: Sind grundsätzlich im Arbeitsvertrag geregelt, doch hier sollte man auch flexibel sein.

SF: Flexibilität ist das richtige Wort hier! Du solltest aber auf alle Fälle daran denken, dass Du morgens vor den Tauchgästen in der Basis sein musst. Entweder es gibt Tauchgänge vorzubereiten, Flaschen zu füllen, das Spülbecken für die Tauchausrüstung zu füllen oder Theorieunterricht vorzubereiten.

Gearbeitet wird abends so lange, bis der letzte Gast die Basis verlassen hat. Hier kann es Tage geben, an denen nur eine Tauchausfahrt vormittags statt findet und Du somit mittags schon Feierabend hast. Es kann aber auch vorkommen, dass Du nach einem Nachttauchgang noch die Basis aufräumen musst und den nächsten Tag vorbereiten darfst. Dann kann es auch sein, dass Du nach 23 Uhr erst Feierabend hast.

Eine Mittagspause und ein freier Tag pro Woche sollten aber garantiert sein!

4. Welche Aufgaben fallen auf einer Tauchbasis an?

RR: Besonders als Divemaster(trainee) wird man auch zu den Arbeiten herangezogen die erstmal nix mit dem Tauchen zu tun haben, das kann bei Büroarbeit anfangen und bei Kloputzen aufhören.

SF: Tauchgänge führen/ guiden, Boot putzen, Flaschen füllen, Basis auswischen, Bojen an den Tauchplätzen anbringen, Gäste betreuen, Kinder der Gäste im Pool bespaßen, Theorieunterricht geben, Praxisunterricht geben, Tauchanzüge nähen, Schnuppertauchen in anderen Hotels organisieren, das Boot neu streichen, Theoriestunden vor- und nachbereiten, Getränke für die Gäste auffüllen, andere Guides/ Assis einlernen, Flaschen überprüfen, Jackets reinigen, Abrechnungen machen, Bilder-CDs für Gäste brennen, …

Die Aufgaben sind wirklich sehr breit gefächert! Die oben aufgeführten sind noch lange nicht vollständig!

5. Wie bin ich untergebracht/ Unterkunft?

RR: Oft kann die Basis eine Unterkunft bereitstellen oder günstig vermitteln.

SF: Es kann vorkommen, dass Du direkt im angeschlossenen Hotel eine Mitarbeiterwohnung/ -zimmer bekommst. Oder die Basis hat eigene Unterkünfte für Mitarbeiter. Kläre auf alle Fälle im Vorfeld, ob Du hierfür Miete zahlen musst!


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6. Gibt es Gehalt?

RR: Meistens als Divemaster gar keins – man erhält im Gegenzug wertvolle Tauchgänge und die damit verbundene Erfahrung. In Ausnahmefällen kommt es zu einem Bonus.
Ansonsten hängen die Instruktorgehälter sehr vom Land ab in dem sich die Basis befindet. Auch die Erfahrung oder die Qualifikationen (besonders Fremdsprachen und Bootsführerscheine) sind hier ausschlaggebend. Kleinere Unternehmen sind mit Sicherheit nicht so zahlungskräftig wie z.B. ProDive in Cairns, die teilweise ihre Instruktoren mit mehreren tausend Euro vergüten.

SF: Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder man erhält ein festes Gehalt (als Praktikant oder TL in Ausbildung sehr unwahrscheinlich) oder man arbeitet auf Provisionsbasis. Das heißt man erhält für einen Tauchkurs einen gewissen Anteil an den Kursgebühren. Oft wird das Gehalt aber auch umgelegt und man bekommt z.B. die Unterkunft und die Verpflegung umsonst.

7. Der Tauchgast/ Umgang mit Gästen?

RR: Mit Sicherheit der wichtigste Punkt bei der Arbeit. Ein Kunde vertraut dem Tauchausbilder oft das Leben an, daher muss die Basis mit dem Personal erstmal vertrauenswürdig und professionell erscheinen. Ein Angestellter muss offen freundlich auf die Kunden zu gehen können ohne indiskret zu wirken. Die Fähigkeit ein Gespräch zu beginnen und auch eine Weile am Laufen zu erhalten ist sehr hilfreich, nichts ist bedrückender als eine Grabesstille auf der Fahrt zum Tauchplatz. Doch sobald man sich darauf eingestellt hat, fällt dies sehr leicht und es werden auch viele Freundschaften geschlossen. Bei Unsicherheiten im Umgang mit (unzufriedenen) Kunden sollte man stets einen Vorgesetzten dabei haben.

SF: Hierauf solltest Du dich einstellen! Wenn Du nicht auf fremde/ neu Leute zugehen kannst und diese ansprechen, dann ist der Kontakt mit Tauchgästen sicherlich nichts für Dich! Wobei es bei Tauchern ja einfach ist: Worüber unterhalten? Natürlich über das Tauchen!

Die Gäste sind das wichtigste für eine Tauchbasis. In Zeiten von Internet-Foren etc. kann sich kaum noch eine Basis Unfreundlichkeit o.ä. leisten. Daher ist es wichtig, die Gäste gut zu betreuen. Dazu gehört auch mal länger in der Basis zu bleiben und das Logbuch mit den Gästen zu schreiben, auch wenn man hundemüde ist und eigentlich direkt ins Bett fallen könnte.

8. Versicherungen?

RR: Falls es zu einer Anstellung kommt, klärt eure Versicherung ab – meistens muss man sich selbst eine Versicherung als Tauchguide/lehrer besorgen. Auch die Versicherung der Fahrzeuge sollte für euch gelten, immer daran denken, dass man bei Unfällen über- und unterwasser- strafrechtlich belangt werden kann.

SF: Frag bei der Basis nach, wie Du bei Ihnen versichert bist. Was enthält dieser Versicherungsschutz und was solltest Du auf alle Fälle noch privat abschließen?

9. Visa?

SF: Je nachdem in welchem Land Du arbeiten möchtest, erkundige Dich frühzeitig nach Visa! Frag auch bei der Tauchbasis nach, ob sie hiermit schon Erfahrung haben, und Dir weiterhelfen können. Wenn Du mit einem Touristenvisum einreist und in welchem Land auch immer arbeitest, kann es sein, dass Dich die Behörden wegen illegalem Aufenthalt und Schwarzarbeit drankriegen!


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10. Darf ich nein sagen?

RR: Die Fähigkeit „Nein“ zu seinen Vorgesetzten zu sagen ist wichtig, manchmal verlieren die Vorgesetzten den Überblick über geleistete Arbeit oder gemachte Tauchgänge. Ist man sich bei einer Sache nicht sicher oder kennt den Tauchplatz doch nicht so genau – Absprache halten.

SF: Du musst sogar Nein sagen können. Sei es weil Du Dich nicht wohl fühlst, oder weil Du Dir z.B. einen tiefen Tauchgang mit 4 Gästen nicht zutraust. Tauchen kann gefährlich werden, und wie sich zeigt sind für Tauchunfälle in den meisten Fällen Verkettungen von Kleinigkeiten verantwortlich.

Außerdem steht hier Deine Gesundheit auf dem Spiel.

11. Brauche ich eine Tauchtauglichkeit?

RR: Eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung ist natürlich Pflicht, manche Länder bestehen auch auf einer besonders für professionelle Taucher ausgerichtete TTU.
Bei körperlichen Problemen zum Arzt gehen und Tauchverbote ernst nehmen. Die Arztgebühren werden von der Krankenkasse in Deutschland meist problemlos übernommen.

12. Worauf sollte ich sonst noch achten?

  • Hydration (Immer genug trinken! IMMER). Gerade bei mehreren tauchgängen am Tag ist dieser Punkt sehr wichtig. Einen guten Tauchlehrer erkennt man and er Wasserflasche, die er dabei hat!
  • Pausen: Auf Pausen während der Arbeit achten! Es kann schon mal vorkommen, dass man die Mittagspause auslässt, da eine extra Pooleinheit mit einem Tauchgast ansteht. Dies darf aber nicht die Regel werden. Auch ein freier Tag pro Woche ist dem Körper zu gönnen.
  • Nullzeitgrenzen: Achtet immer auf eure Nullzeitgrenzen – die physiologischen Auswirkungen des Ausreizens von Nullzeitgrenzen über mehrere Wochen hinweg sind noch nicht vollständig bekannt. Wenn möglich besteht auf Nitrox.

13. Macht das Spaß?

RR: Tauchgänge zum eigenen Spaß nach Dienstschluss durchführen, dadurch behält man die Freude am Sport und somit den Spaß an der Arbeit.

SF: Ja! Klar kann es stressig werden, und klar, man hat irgendwann alle Tauchplätze so oft betaucht, dass man sie in und auswendig kennt, aber der Spaß ist definitv gegeben! sollte dieser nachlassen, dann solltest Du Dir überlegen, ob das wirklich der richtige Job für Dich ist!

Eure Fragen!

Habt Ihr noch Ergänzungen? Gibt es Fragen, die Ihr noch beantwortet haben wollt? Dann schreibt mir. Der Artikel kann gerne noch mit weiteren Fragen und Antworten ergänzt werden!

Ein Kommentar

  1. Dass einem tauchen Spaß machen muss, sollte selbstverständlich sein. Vielen ist aber nicht klar, was es heißt über einen längeren Zeitraum immer wieder Anfänger die Grundlagen zeigen zu können und sich deren frische Begeisterung für den Papageienfisch genießen zu dürfen.

    Entweder man ist in der Lage sich darin selbst gespiegelt zu sehen (wie es einem selbst erging) oder man ist schnell gelangweilt, was die Gäste ebenfalls spüren…

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