Tipps für Taucher

Tipps rund um das Thema "Tauchen"

Wetnotes und Wetnotes-Inhalt

| 13 Kommentare

Wetnotes und Wetnotes-Inhalt

Für die Kommunikation unter Wasser gibt es die Lampenkommunikation und die Kommunikation über Handzeichen. Dies reicht für 90% aller Tauchgänge auch aus. Solltet Ihr Euch allerdings einmal nicht mehr verständlichen machen können, gibt es die so genannten Wetnotes. Dies sind unter Wasser beschreibbare Plastikseiten, meist in eine schützende Cordura-Hülle gepackt und wie ein Buch zu benutzen.

Standardmäßig kommen die Wetnotes mit einer Schlaufe, an der man einen Boltsnap-Karabiner befestigen kann, einer Gummischlaufe, die die Wetnotes geschlossen hält, und, je nach Ausführung, mit diversen Fächern, in denen man Kleinteile verstauen kann. Über die Möglichkeiten der Befestigung und über ein paar Kleinteile möchte ich heute berichten:


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Befestigung der Wetnotes

Wenn Ihr mit Trockentauchanzugtaschen ausgestattet seid, dann sind die Wetnotes in einer dieser Taschen optimal befestigt. Wie Ihr Euch Gummischlaufen in die Taschen knotet, findet Ihr im passenden Beitrag hier im Blog. Diese Schlaufen haben den Vorteil, dass Ihr einzelne Ausrüstungsteile daran festclippen könnt, und diese nicht verliert, wenn Ihr einmal etwas aus Euren Taschen benötigt.

Für die Befestigung eines Boltsnaps an den Wetnotes gibt es zwei Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Befestigung mit einem Boltsnap-Karabiner

Wetnotes befestigen mit einem Boltsnap-Karabiner

Bei dieser ersten Möglichkeit befestigt Ihr einen Boltsnap-Karabiner an der Schlaufe der Wetnotes. Diese Art der Befestigung hat den Vorteil, dass sich der Boltsnap nicht so leicht von den Wetnotes lösen kann und Ihr beim Umgang mit der Ausrüstung in Euren Taschen nicht aus Versehen, den Falschen Boltsnap öffnet und Euch die Wetnotes so verloren gehen. Der Nachteil ist, dass die Wetnotes insgesamt recht schwer werden, und das Handling dadurch ein wenig schwieriger wird.

Möglichkeit 2: Befestigung mit einem Doppelender

Befestigung der Wetnotes mit einem Doppelender

Bei dieser zweiten Möglichkeit befestigt Ihr einen Doppelender an der Schlaufe der Wetnotes. Dies hat den Vorteil, dass Ihr den Doppelender bei Benutzung der Wetnotes abmachen könnt, und somit weniger Gewicht an den Wetnotes habt. Das Schreiben wird dadurch erleichtert. Wenn Ihr wenig bis keine Zusatzausrüstung in den Wetnotes habt, schwimmen die Wetnotes ohne einen angeclippten Karabiner.


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Kleinteile für “in die Wetnotes”

Jedem von Euch wird direkt am Tauchplatz oder sogar am Einstieg zum Tauchplatz schon einmal irgendetwas an der Ausrüstung kaputt gegangen sein. Für diese Last-Minute-Reparaturen ist es ganz sinnvoll ein paar Kleinteile und Werkzeuge in den Wetnotes mitzuführen. Ein paar ganz sinnvolle “Kleinigkeiten” möchte ich Euch im Folgenden vorstellen:

Gabelschlüssel-Wetnotes-Tool

Gabelschlüssel-Wetnotes-Tool

Das erste Werkzeug, das ich Euch vorstellen möchte wird unter dem Namen “Wetnotes Tool” vertrieben. Unter diesem dann doch erst mal nicht wirklich aussagekräftigen Namen verbirgt sich ein Werkzeug mit vier verschiedenen Gabelschlüsseln. Damit kann man z.B. die zweite Stufe des Atemreglers abschrauben (oder auch festziehen), oder man kann einen der Schläuche abschrauben. Sei es nach einem Defekt, oder weil man spontan noch etwas an seiner Schlauchführung ändern will/ muss.

Innensechskantschlüssel

Innensechskantschlüssel in zwei Varianten

Das nächste Werkzeug ist ein Innensechskantschlüssel. Diesen benötigt man zum Beispiel um die Blindstopfen an der ersten Stufe zu öffnen oder zu schließen. Hier rechts im Bild seht Ihr zwei Varianten davon. Das sternförmige bietet drei verschiedene Größen an Innensechkantschlüsseln an. Das Werkzeug ist allerdings sehr sperrig und kann nicht optimal befestigt werden. Das untere Werkzeug ist ein IKEA-Schlüssel, der im unteren Bereich eine Einkerbung hat, und damit gut an den Wetnotes befestigt und platzsparend verstaut werden kann.

Stifte

Graphit-Stifte für Wetnotes

Was natürlich in alle Wetnotes hinein muss sind Stifte. Denn ohne Stifte, fällt das Schreiben sehr schwer. Für den Einsatz unter Wasser haben sich Graphit-Stifte bewährt. Diese quellen, im Gegensatz zu normalen Bleistiften, unter Wasser nicht auf. Mit dem Tauchermesser sind sie leicht nachzuspitzen. Wie Ihr diese Stifte optimal in Euren Wetnotes befestigt, hat Simon in einem Gastartikel bereits vorgestellt: Stift in den Wetnotes befestigen.

Kabelbinder

Kabelbinder in verschiedenen Größen

Ein weiteres Must-Have (wie es neudeutsch so schön heißt) sind Kabelbinder; am Besten in verschiedenen Größen. Wenn das Mundstück mal locker sein sollte, sich der Boltsnap-Karabiner des Finimeters gelöst haben sollte oder sonst ein Teil der Ausrüstung schnell befestigt werden muss, sind Kabelbinder eine schnelle und einfache Lösung. Die überstehenden Teile des Kabelbinders können dann vorsichtig (!) mit dem Tauchermesser abgetrennt werden.


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O-Ringe

O-Ringe in den Wetnotes

Auch ein Kleinteil, dass ganz gerne mal direkt vor dem Tauchgang seinen Geist aufgibt, ist der O-Ring direkt an der 1. Stufe. Hier bietet es sich auch an, immer ein bis zwei in den Wetnotes mitzuführen. Um die O-Ringe vor dem direkten Einfluss von Wasser zu schützen kann man sie in eine kleine Plastiktüte mit Druckverschluss packen. Ein Ersatz-O-Ring hat schon den ein oder anderen Tauchgang gerettet!

Tabellen und Versicherungskärtchen

Tabellen und Versicherungskärtchen

Meine Wetnotes haben auf der Rückseite ein Sichtfenster, in das perfekt eine Dekotabelle passt. Somit kann man, falls benötigt, die Wetnotes bei der Dekompression auspacken und anhand seiner Tabelle austauchen. Das Sichtfenster könnte man aber auch öffnen und die Wetnotes herausholen.

Ein weiteres kleines Teil, dass ich immer in den Wetnotes dabei habe, ist das Kärtchen meiner Tauchversicherung. Denn wenn bei einem Tauchgang “mal etwas sein sollte”, dann ist das Kärtchen nirgends schlechter aufgehoben als daheim oder im Auto.

Sonstige Kleinteile für die Wetnotes

Die oben aufgeführten Teile sind ein kleiner Überblick, was man alles in seinen Wetnotes an Zusatzausrüstung mitnehmen könnte. Die Liste ist natürlich nicht vollständig und kann beliebig erweitert werden. Was ich zum Beispiel auch schon gehört habe ist:

  • Ersatzmundstück. Für den Fall der Fälle. Denke dies ist vielleicht bei längeren Tauchgängen angebracht. Allerdings frage ich mich auch, wo genau man das noch in die Wetnotes packen könnte…
  • Sea Spanner. Ein kleines aber breit gefächert einsetzbares Werkzeug. Der Sea Spanner beinhaltet z.B. einen verstellbaren Gabelschlüssel, einen Schäkel-Spanner oder einen Flaschenöffner. Ein Teil, das ich mir demnächst einmal genauer anschauen werde.

Auswertung der Umfrage

Mitte März hatte ich zum Thema auch schon eine kleine Umfrage hier auf tipps-fuer-taucher.de gestartet (danke an alle Teilnehmer!). Ergänzendes zum Wetnotes-Inhalt wurde hierbei noch erwähnt:

  • Eine Schere. Sicherlich auch ein sehr hilfreiches Werkzeug. Gerade wenn es um das Zerschneiden von Netzen geht.
  • Verschiedene Tabellen. Für das Tauchen mit verschiedenen Gasen sollten natürlich auch die dazu passenden Tabellen mitgeführt werden.

Ihr seht, es sind zwar wirklich nur Kleinteile, die in die Wetnotes passen, allerdings haben diese Kleinteile schon den ein oder anderen Tauchgang gerettet!

13 Kommentare

  1. Moin,

    kleine Anmerkung zu den Graphitstiften: Ihr Nachteil ist, dass sie relativ leicht brechen können.

  2. Ist das mit den O-Ringen in den Wetnotes so eine tolle Idee? Ich hätte eher ungern einen O-Ring in der 1. Stufe, der schon 20 Tauchgänge mitgemacht hat…

    • Hallo Jan,
      es gibt ja die Möglichkeit den O-Ring in eine kleine Tüte mit einem Zip-Verschluss zu packen. Hier kannst du ihn ganz gut verpacken. Mein O-Ring ist jetzt sicherlich schon seit einem Jahr beim Tauchen dabei. Und der macht noch einen guten Eindruck!

      Wenn du den Ersatz-O-RIng mal brauchen solltest, dann ja nur, wenn du beim Check am Anfang einen Defekt fest stellst. Dann kannst du deinen O-Ring aus den Wetnotes benutzen. Nach dem TG kannst du ihn ja dann zuhause in deiner Bastelstube gegen einen neuen austauschen.

      Den einen TG hat dir der Wetnotes-O-RIng dann aber gerettet :)

      Grüße
      Stefan

  3. Willst du wirklich deine halbe Werkzeugbox in die Wetnotes packen?
    Dann wird das Teil doch recht unhandlich beim Schreiben (und der Boltsnap zum Befestigen fällt da auch nicht mehr ins Gewicht).
    Normalerweise wird das Tauchgerät v o r dem Tauchgang gecheckt und nicht erst im Wasser. Das bedeutet, ein defekter O-Ring macht sich schon beim Öffnen des Ventils bemerkbar, und das pflege ich vor dem Anlegen des Geräts am Auto zu machen. So habe ich noch im Trockenen die Möglichkeit, defekte O-Ringe zu wechseln.

    Eine Schere gehört auch nicht in die Wetnotes, sondern separat und mit Bungee gesichert in die Tasche vom Trocki. Wenn du dich wirklich mal in einer Leine oder in einem Netz verfängst, dann viel Spass beim Herauskramen der Wetnotes! Da verlierst du unnötig Zeit und der Stresslevel erhöht sich.

    • Naja, so viel Kram ist das doch gar nicht?! Klar sind die Wetnotes dann ein bisschen dicker, aber man kann sie immer noch ohne Einschränkung benutzen.

      Klar, ist der Check der Ausrüstung vordem Tauchgang ein Muss. Aber ich habe schon 2-3 Mal erlebt, dass es dann im Wasser, vor dem Abtauchen, zwischen Automat und Ventil blubbert. Da ist der Ersatz-O-Ring dann von Vorteil.

      Die Schere war Teil der Umfrage, die kurz vor dem Artikel lief. Klar kann man die woanders hinpacken, um leichter ranzukommen. Andererseits sollte auch jeder noch ein Messer dabei haben ;)

  4. Sollte es wirklich vor dem Abtauchen (beim Bubble-Check) zwischen Ventil und Automat blubbern, dann muss ich sowieso das Gerät ablegen und checken, was da los ist. Das mache ich aber bestimmt nicht im Wasser mit nassen Handschuhen, sondern an Land. Und der Weg zurück zum Auto dürfte ja wohl auch noch zu schaffen sein. Nebenbei bemerkt, hast du nur den DIN-O-Ring dabei oder auch ausreichend UNF 3/8 bzw. UNF 7/16 O-Ringe? Denn durch Umschrauben können diese O-Ringe eher gequetscht werden.

    • Ich sag mal so: Hauptsache man hat noch einen Ersatz-O-Ring dabei. Wo du den dann wechselst bleibt einem ja selbst überlassen.

      Das wichtigste ist ja, dass der Tauchgang nicht ins Wasser fällt!

  5. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, wo er seinen DIN-O-Ring wechselt, von mir aus auch unter Wasser. Wir leben ja schliesslich in einem freien Land.

    Ob es wirklich das wichtigste ist, dass der Tauchgang nicht ins Wasser fällt, sei dahingestellt. Ich hätte jedenfalls ein ungutes Gefühl, wenn mein Partner vor einem Tieftauchgang noch in den letzten 5 Minuten im Wasser stehend seinen undichten Automaten auf die Schnelle “repariert”. Da ziehe ich es doch lieber vor, nochmal zum Auto zu gehen und in aller Ruhe den Fehler zu beheben. Meine Werkzeug- und Ersatzteilbox habe ich ja schliesslich dabei. Dann geht man halt eine halbe Stunde später ins Wasser.
    Safety first!!!

  6. Wenn man die Graphitstifte mit einem Schrumpfschlauch überzieht halten sie länger.

  7. Ich habe hier noch ein ganz nützliches Tool entdeckt. Wird man wahrscheinlich in den seltensten Fällen brauchen aber wenn, ist es gut es dabei zu haben:
    http://www.youtube.com/watch?v=vnDWjip2W8E&feature=plcp&context=C308c801UDOEgsToPDskKOPiQPsUfkQzfwS5IINiRf

    Gruß, Sebastian

  8. Hallo Zusammen
    Ich habe in meinen Wetnotes von Faber Zeichenstifte als TK-Fallminenstifte mit der Minenhärte HB. Diese sind komplett aus Kunststoff und Edelstahl.
    Vorteil: brechen nicht und rosten wegen des Edelstahl selbst im Salzwasser nicht.
    Die Mienen können Unterwasser ohne Probleme, wenn sie mal Abbrechen, einfach wieder raus geschoben werden und müssen nicht unbedingt angespitzt werden.
    Kosten halten sich in Grenzen, ca. 4,50 Euro pro Stift.
    Ich habe meine seit ca. 2 Jahren immer dabei und sie sehen wie neu aus.

    Faber-Castell 139400 – TK-Fallminenstift 9400 2mm HB
    von Faber-Castell

    Beste Grüße

    Franz

  9. Hi,

    Kleine Frage; hast du einen Tip wie man das Wetnotes nach dem Tauchen Troken kriegt, so dass es nicht ein Schimmel- und Bakterien Sammelbuch wird? Danke für die Antwort

    • Hi Michael,
      meine Wetnotes stelle ich immer offen im Keller auf. Die Seiten versuche ich ein bisschen aufzufächern. Die Sichtfenster reibe ich von Zeit zu Zeit mit einem Küchentuch aus.

      Bisher hatte ich noch keine Probleme mit Schimmel.
      Grüße
      Stefan

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