Tipps für Taucher

Tipps rund um das Thema "Tauchen"

Die Bebänderung der Rückenplatte richtig einstellen

| 11 Kommentare

In diesem Artikel möchte ich Dir die richtige Einstellung einer Rückenplatte (engl. Backplate) und der dazugehörigen Bebänderung zeigen. Das Gurtband ist hierbei durchgehend und hat nur eine Schnalle am Bauch. Der Schrittgurt ist separat. Bevor Du das erste Mal mit Deiner Rückenplatte und Wing tauchen gehst, solltest Du Dich unbedingt um die korrekte Einstellung kümmern! Die Vorteile, die Dir ein Wing beim Tauchen bietet, sind sehr stark von der richtigen Passform der Rückenplatte und der Bebänderung abhängig. Wenn möglich stelle die Bebänderung mit Unterzieher oder Neoprenanzug ein.

Richtige Führung der Gurte

Wie die Bebänderung richtig in die Schlitze der Rückenplatte eingefädelt wird, zeigt Dir das Bild auf der rechten Seite.

Schritt 1: Schultergurte einstellen

Als ersten Schritt bei der Einstellung der Bebänderung solltest Du mit Deiner Hand die Oberkante der Rückenplatte berühren können. Kannst Du dies nicht, musst Du die Bebänderung noch etwas enger oder lockerer stellen. Tipp: Eine zweite Person, die Dich aus einiger Entfernung betrachtet und Dir sagen kann, ob die Rückenplatte gerade sitzt oder nicht, ist hier sehr hilfreich.


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Schritt 2: Brust-D-Ringe

Wenn die Rückenplatte optimal sitzt, erfolgt die Einstellung der Brust-D-Ringe. Diese solltest Du, wenn Du Deine Arme horizontal von Dir weg streckst und dann die Ellenbogen einknickst, erreichen können. Je nachdem wie Du mit dem An- und Abclippen der Ausrüstung zurecht kommst, kannst Du diese Einstellung nach den ersten paar Tauchgängen noch ein wenig anpassen.

Kontrolle

Wenn Du mit der Einstellung der Schultergurte fertig bist, kontrolliere noch einmal, ob auch wirklich beide Seiten gleich lang sind. Hier bietet sich an die Rückenplatte auf den Boden zu legen.

Schritt 3: Hüft-D-Ring

Stelle den Hüft-D-Ring so ein, dass er ungefähr auf der Hälfte Deiner Körperachse sitzt.

Schritt 4: Einstellen des Schrittgurtes

Der Schrittgurt verhindert primär das Verrutschen der Rückenplatte in Richtung Kopf. Er sollte so stramm sitzen, dass Du, bei geschlossenem Bauchgurt, noch ca. 2-Fingerbreit Platz nach oben hast. Der vordere D-Ring ist bei den meisten Harness-Systemen nicht verstellbar. Primär wird er zum Scootern benötigt.


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Schritt 5: Einstellen des hinteren D-Rings

Der hintere D-Ring dient meist zum Verstauen nicht benötigter Ausrüstung oder zum Sichern von Bojen, die im Storage Pack (Tasche, die an die Rückenplatte geschraubt werden kann) verstaut sind. Schiebe den D-Ring so weit nach unten, dass Du ihn auch mit Flaschen auf dem Rücken gut erreichen kannst. Tipp: Kontrolliere nach einigen Tauchgängen den richtigen Sitz der Rückenplatte und stelle die Bebänderung bei Bedarf nach.

11 Kommentare

  1. Hi Stefan,
    kurze Frage zum hinteren D-Ring: hängt der nicht zu tief? Ich meine gelesen zu haben (“webbing a harness”, so´n doc was ich im I-net gefunden habe), dass der ein Handbreit unterm Plate hängen sollte. Ist das bei dir ein Erfahrungs”maß”?
    Ansonsten – super Seite, weiter so!!
    Gruß
    Michael

    • Hej Michael,
      der hintere D-Ring ist ein bisschen Spielerei. Wie tief oder auch hoch der hintere D-Ring angebracht ist, hängt mit den Flaschen zusammen, die du tauchst. Bei einer D12 sitzt der D-Ring tiefer als bei einer D7, da die D12 deutlich länger ist. D.h. du würdest den D-RIng, der auf eine D7 eingestellt ist, beim Tauchen mit einer D12 sehr schwer erreichen, da die Flaschen darauf lägen.

      Hier bietet sich auf alle Fälle an ein wenig rumzuprobieren: Wann wird der D-Ring nicht mehr von den Flaschen bedeckt und wie leicht kannst du die Boje erreichen, die evtl. an diesem D-Ring befestigt ist, erreichen?

      Grüße
      Stefan

  2. Guten Tag – schön das es eine solche Seite gibt. Ich interessiere mich für ein Halcyon Mono Wing. Tauche trocken mit Hybrid Jacket, dickem Unterzieher und 15 kg Blei. stimmt es das man mit Wing wesentlich weniger Blei braucht? Halcyon bietet nur 2,7 kg Bleitaschen an, was mache ich wenn das nicht reicht? Danke im vorraus und blubbernde Grüße

    • Hallo!

      Das ist ein sehr interessantes Thema, was du hier ansprichst :)

      Wenn du auf ein Wing mit Rückenplatte umsteigst, lohnt es sich das komplette System anzuschauen. Wenn du mit einer Rückenplatte tauchst, kannst du direkt mal anfangen Blei einzusparen. Die Halcyon Rückenplatte hat ca. 3 kg Abtrieb. D.h. 3 kg Blei weniger! Dann gibt es die Möglichkeit für den Single Tank Adapter, den du beim Tauchen mit einer Monoflasche benötigst, ein 2,7 kg Bleistück zu integrieren. Der Single Tank Adapter ist ebenfalls aus Metall und hat Abtrieb. Sagen wir also du hast alleine mit dem Wing (inkl. schwerem Single Tank Adapter) 7kg Blei gespart.

      Viele Taucher achten auch darauf, dass sie sich schwere Flaschen kaufen. Sprich du bekommst im Handel 12l Flaschen, die 12kg wiegen, oder 12l Flaschen, die 13,5kg wiegen. Hier kommt natürlich auch noch etwas an Abtrieb dazu.

      Ansonsten kannst du an der Bebänderung noch die Halcyon Bleitaschen befestigen. Oder aber du tauchst einen normalen Bleigurt. Wenn es bei dir in Richtung einer Tanklampe gehen sollte, hast du auch noch mal 1-2 kg Abtrieb, je nach Lampentank. Halcyon bietet auch das Cinch System, mit dem du die Bebänderung individuell und einfach einstellen kannst. Das wiegt auch noch mal ein paar Gramm.

      Du siehst also, dass es hier einige Wege gibt, das Blei zu ersetzen :)

      Solltest du noch Fragen haben, kannst du mich auch gerne über das Kontaktformular anschreiben, dann bekommst du direkt eine Email von mir.

      Grüße
      Stefan

  3. Das ist das Problem mit den Monoflaschen. Wo extra Blei befestigen wenn man es nicht um die Hüfte tragen will.

    An einem Doppelset wie z.B. dem D8,5 mit breitem Abstand kannst du wunderbar ein
    großes Bleistück zwischen den Flaschen befestigen.
    Der Trim läßt sich optimal einstellen und du wirst eine gute Schwimmlage in Kombination mit einem Wing und backplate bekommen.

    Das gilt auch für das D7 mit breitem Abstand.
    D12 hat einen Bleikeil, welches ebenfalls zwischen den Flaschen oder am backplate befestigt wird.

    Persönlich habe ich kein Blei mehr am Körper. Weder in Bleitaschen noch als Bleigurt.
    Mich hat der Bleigurt eh immer genervt und Bleitaschen hängen ungünstig am Bauch rum. Aber jeder wie er will und mag.
    Notaufstieg- und Bleiabwerf-Fanatiker bleiben beim Bleigurt :-) und den Splitfins.

    Mein Blei ist zwischen den Flaschen:
    7 kg am D8,5 für Salzwasser & “H” backplate in SS

  4. Hallo Stefan,
    wirklich tolle Seite.
    Ich hätte da noch eine Frage zum Einstellen der Bebänderung. Auf deinen Bildern hast du Jeans und T-Shirt an. Ist diese Einstelltechnik so darauf ausgelegt, dass es später mit dickem Trocki (zB BZ400) und Trilaminat-Trocki noch genau passt, oder müssten man da ehr die Einstellung mit Trocki und Unterzieher vornehmen? Ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass man ja auch mit Trocki und Unterzieher nicht ganz so beweglich ist wie mit einem lockeren T-Shirt.
    Ich freue mich auf deine Antwort
    Grüße und immer gut Luft
    Marcel

    • Hej Marcel,

      ja, da hast du recht :) Bei den Bildern musste ich ein bisschen tricksen. Hätte ich meinen Unterzieher dabei angehabt, wäre die Bebänderung auf den Bildern nicht so gut zu sehen gewesen, da beides sehr dunkel ist. Daher bin ich auf ein helles T-Shirt und Jeans ausgewichen.

      Wenn du die Bebänderung einstellen möchtest, dann solltest du deinen Unterzieher dabei an haben. Den Trilaminat-Trocki kann man auf Grund der geringen Materialstärke dabei vernachlässigen. Wenn du einen Halbtrocken-Neoprenanzug tauchst, dann solltest du diesen bei der Einstellung tragen.

      Hoffe ich konnte weiterhelfen.
      Stefan

  5. Hallo,
    ist es eigentlich “egal” ob die Gurtschnalle rechts oder links ist?
    Und was macht man mit dem überflüssigen Gurtband? Wird es abgeschnitten?
    Schöne Grüße,
    Raphi

    • Hi Raphi,

      wenn du dich an das DIR-System halten möchtest, dann ist die Gurtschnalle auf der linken Seite (von dir aus gesehen). Das hat den Hintergrund, dass du rechts den Lampentank trägst. Diesen kannst du nur schlecht über die Gurtschnalle fädeln.

      Das überflüssige Gurtband schneidest du ab. Sobald du die richtige Einstellung für deine Bebänderung gefunden hast, kannst du das überschüssige Gurtband mit einer scharfen Schere kürzen (achte dabei auf eventuell unterschiedliche Einsatzzwecke. Wenn du die Begrutung auf deinen Nasstauchanzug einstellst, und zu viel Gurtband abschneidest, kann es sein, dass es dir mit Trocki nicht mehr passt).
      Nach dem Kürzen des Gurtbandes einfach das Ende noch mit einem Feuerzeug erhitzen. Dadurch verhinderst du, dass sich das Gurtband an der Schnittstelle auflöst.
      Grüße
      Stefan

  6. Hallo Stefan,

    ich habe meine Backplate wie beschrieben eingestellt. Komme trotzdem nur an eins der Ventile gut ran. Der andere Arm scheint ungelenkiger zu sein. Auf welcher Höhe sollten die Flaschenschellen (D12) montiert werden?

    Dank und Gruß
    Frank

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