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Fingerspool, oder kurz Spool

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Das Fingerspool mit Doppelender-Karabine

Heute freue ich mich einen zweiten Gastartikel präsentieren zu können. Simon hat sich Gedanken zum Fingerspool, oder kurz: Spool gemacht. Wie knotet man die Nylonleine richtig an den Spool-Körper, und welche Knoten sollte man sonst noch anbringen?

Das Fingerspool ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer Tauchausrüstung, welches für viele Zwecke eingesetzt werden kann. Hauptsächlich seien hier Navigationshilfe und Setzen einer Deko-Boje erwähnt. Dabei gibt es ein paar Tricks und Kniffe, wie man das Fingerspool richtig vorbereitet. Alles was wir dazu brauchen ist ein Spulenkörper, die gewünschte Menge Caveline (Nylonleine), ein Feuerzeug sowie eine Schere

Schritt 1: Befestigung der Schnur am Spulenkörper

Damit beim Abrollen das Fingerspool sich nicht plötzlich in die Tiefe verabschiedet, lohnt es sich die Schnur an dem Körper zu befestigen. Dazu knotet man zunächst einen Überhand-Knoten als Stopper an ein Ende der Caveline. Das übersehende Ende wird mit einem Feuerzeug abgeflammt.

Fingerspool: Schlaufe legen (Vorbereitung Arbor-Knoten)

Fingerspool: „Normaler“ Knoten als Vorbereitung für den Arbor-Knoten

Danach fädelt man die Schnur um den Spulenkörper und durch zwei der Löcher, um die Schnur zu fixieren. Damit ist es nun möglich, auch mit komplett abgerolltem Fingerspool die Schnur wieder aufzuwickeln, was aufgrund fehlender Reibung normalerweise nicht machbar ist.

Fingerspool: Schnur durch 2 der Spool-Löcher fädeln

Danach wird das freie Ende mit einem Arbor-Knoten befestigt, wie auf den Bildern gezeigt. Die Schlinge zeiht sich unter Belastung fest und die Schnur ist somit fest mit der Spule verbunden.

Fingerspool: Schritt 1 des Arbor-Knotens

Fingerspool: Schritt 2 des Arbor-Knotens

Fingerspool: Schritt 3 des Arbor-Knotens

Diese Methode setzt die Caveline äußeren Einflüssen aus, was ein Durchscheuern ermöglicht. Dies ist meiner Meinung nach jedoch nicht sehr problematisch, da man den Zustand der Caveline gut optisch überprüfen kann. Des weiteren ist das Halcyon Kaltwasserspool, welches überhaupt empfehlenswert ist, so gebaut, dass die Schnur geschützt liegt. Natürlich ist es möglich, sich mit einer zweiten Schlaufe Redundanz zu schaffen. Die Möglichkeit das Spool sicher aufrollen zu können ist hilfreich und überwiegt die entstehenden Nachteile, welche bei einer doppelten Schlaufe gar nicht erst vorhanden sind.

Beim Aufrollen ist es wichtig, das Spot zu drehen und damit die Schnur aufzuwickeln und nicht die Schnur mit der Hand, da die Caveline sich so verdrehen kann und es beim Abrollen Probleme geben kann. Ein neues Spool ist meist viel zu dicht gepackt mit einer zu langen Schnur, da kann man ruhig vier bis fünf Meter abschneiden, um beim Aufrollen den Doppelender ohne Probleme jederzeit einklinken zu können.

Schritt 2: Schlaufe am Ende der Schnur

An das Ende der Schnur kommt eine Schlaufe, um das Spool an der Boje oder einem Doppelender zu befestigen. In manchen Tutorien wird die Bowline vorgeschlagen, welche sich jedoch nicht eignet, da mit nassen Seil und Belastung der Knoten sich zuziehen kann. Hier hat sich eine Neunerschlafe bewährt. Dazu legt man die Schnur zunächst in Form einer langen Schlaufe und formt damit eine Acht. Danach wird die Schlaufe erneut um das stehende Ende gewickelt (daher auch der Name „Neun“) und durch die erste Schlaufe fest gezogen. Das überstehende Ende wird wie immer abgeschnitten und abgeflammt, womit man einen sicheren und festen Knoten erhält.

Fingerspool: Schritt 1 der Neuner-Schlaufe

Fingerspool: Schritt 2 der Neuner-Schlaufe

Fingerspool: Schritt 3 der Neuner-Schlaufe

Fingerspool: Schritt 4 der Neuner-Schlaufe

Fingerspool: Schritt 5 der Neuner-Schlaufe

An die Spitze kann man nun noch einen kleinen Sackstich, also ein einfacher Überhandknoten der eine Schlaufe bildet, setzen. Wenn man dabei die Anfänge leicht gegeneinander verschiebt, hält dies die große Schlaufe automatisch offen und erleichtert das Durchreichen des Spools.

Schritt 3: Knoten in der Schnur

Als Backup-Tiefenmesser lohnt es sich, bei drei, sechs und neun Metern eine Markierung anzubringen. Wer möchte kann natürlich endlos mehr Markierungen anbringen, jedoch denke ich, dass diese Tiefen die Wichtigsten darstellen. Damit man diese auch mit Handschuhen und ohne Brille erkennen kann, scheidet eine Markierung mit dem Edding aus, ein Knoten muss her. Dieser sollte jedoch nicht dick auftragen, die Stabilität der Schnur nicht beeinträchtigen und ein reibungsloses Abrollen ermöglichen. Der einfache Überhand scheidet somit aus, der Achterknoten ist hier das geeignete Mittel der Wahl. Für diesen Knoten legt man eine Schlaufe, führt die Schnur um das stehende Ende herum und steckt das freie Ende durch die erste Schlaufe.

Fingerspool: Schritt 1 Achterknoten

Fingerspool: Schritt 2 Achterknoten

Fingerspool: Schritt 3 Achterknoten

Bewährt hat sich ein Knoten bei drei Metern, zwei Knoten bei sechs Metern sowie drei Knoten bei neun Metern, wobei sich das System beliebig erweitern lässt.

Vielen Dank an Simon für diesen sehr interessanten Artikel. Ich denke das Spool gehört zumindest für diejenigen unter uns, die mit Boje, oder neu-deutsch Surfacemarker, tauchen zur normalen Grundausrüstung.

Wenn Euch der Artikel gefallen habt, und Ihr selbst Tipps habt, die Ihr mit anderen teilen möchtet, dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr Euch bei mir meldet! Einen Gastartikel schiebe ich immer sehr gerne dazwischen!

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