Tipps für Taucher

Tipps rund um das Thema "Tauchen"

Einsteigerserie: Trockentauchen (4)

| 2 Kommentare

Nachdem wir uns im letzten Artikel der Einsteigerserie: Trockentauchen dem Thema Unterzieher gewidmet haben, beschäftigen wir uns heute mit zwei Themen, die zwar völlig unterschiedlich sind, beim Thema Isolationsstrategie aber nicht vernachlässigt werden dürfen:

  • Hände und Kopf
  • Das körperliche Befinden

Der erste Punkt dürfte klar sein, bei Punkt zwei wird es um Themen wie Essen vor dem Tauchgang, genügend Schlaf etc. gehen. Klingt zwar im ersten Moment lustig, sind aber für mich beim Thema Kaltwassertauchen sehr wichtige Dinge!

Kopfhaube

Der Kopf ist, was Wärmeabgabe beim Tauchen angeht, mit das kritischste Körperteil. Beim Tauchen gibt man bis zu 40% der abgegebenen Körperwärme über den Kopf ab. Daher ist hier eine besonders gute Isolation unabdingbar!


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Verschiedene Modelle- Kopfhauben

Verschiedene Neopren-Kopfhaben

Wie auch bei Neoprenanzügen, gibt es bei Kopfhauben verschiedene Materialstärken. Hier auf dem Bild von links nach rechts zu sehen: 10 mm, 7 mm und eine 3 mm Eishaube.

Je kälter das Wasser, desto dicker sollte die Kopfhaube sein. Die neuesten Modelle haben mittlerweile eine Materialstärke von 10 mm an den Seiten und dem Hinterkopf. Für kaltes Wasser auch sehr zu empfehlen sind Hauben mit einem etwas längeren Hals (wie hier links und in der Mitte zu sehen). Diesen kann man sich dann in den Kragen des Trockentauchanzugs stecken, sodass der Wsseraustausch im Hals und Kopfbereich auf ein Minimum reduziert wird.

Verschiedene Strategien

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich bei kaltem Wasser vor Auskühlung am Kopf zu schützen:

  • Nur eine Kopfhaube: Je nachdem wie neu Eure Kopfhaube ist, kann eine adäquate Isolierung auch schon mit einer Kopfhaube gegeben sein. Ich habe ganz gute Erfahrungen mit der 10 mm Haube von Waterproof gemacht. Diese hält auch bei 4 Grad Wassertemperatur warm.
  • Mehrere Kopfhauben: Auch immer wieder zu sehen, sind Taucher, die mehrere Kopfhauben übereinander anziehen. Wenn man nur zwei 5 mm Hauben zuhause hat, kann man sich mit beiden übereinander auch einigermaßen gut isolieren.
  • Kopfhaube plus Eishaube: Eine dritte Variante ist, die normale Kopfhaube durch eine so genannte Eishaube noch zu ergänzen. Eishauben sind meist aus 2 bis 3 mm Neopren gefertigt. Es gibt unterschiedliche Varianten, die man entweder unter die normale Kopfhaube oder über die Kopfhaube zieht. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dieser Kombination gemacht.

Welche Variante für Euch die Beste ist, müsst Ihr ausprobieren. Ich habe bei zwei gleich großen Kopfhauben, die ich übereinander ziehe immer das Problem, dass mir die Kaumuskulatur nach kurzer Zeit schmerzt. Daher ist mein Favorit die Kombination aus Kopfhaube und Eishaube.

Noch einen kurzen Tipp zum Material: Kopfhauben bauen, was die Isolation angeht, nach mehreren tiefen Tauchgängen sehr stark ab. Daher hört man von Tauchern, die oft tief tauchen auch immer mal wieder, dass sie ihre Kopfhauben nach nur ein paar Tauchgängen durch neue ersetzen.


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Handschuhe

Das Thema Handschuhe und Kaltwassertauchen ist für mich eine Never-Ending-Story. Im Moment bin ich zwar recht zufrieden mit meiner Kombination aus Unterziehern und Handschuhen aber das Spitzenmodell habe ich für mich persönlich noch nicht entdeckt!

Wie bei den Kopfhauben auch, gibt es hier verschiedene Modelle und Varianten

Verschiedene Modelle- Handschuhe

Neoprenhandschuhe und Armstulpen

Neben Neoprenhandschuhen gibt es auch noch verschiedenen Modelle an Trockentauchhandschuhen:

 

  • Neoprenhandschuh: Das ist der klassische  Handschuh, den man auch im Sommer sieht. Ihn gibt es in verschiedenen Stärken; von 3 mm über 5 mm bis hin zu 7 mm Handschuhen. Ebenfalls gibt es den “einfachen” Handschuh, wie man ihn im Bild links sieht, und eine “gehobenere” wie in der Mitte zu sehen mit einer zweiten, innen liegenden Manschette aus Glatthautneopren, die man umklappen kann, und die dann auf der Manschette des Trockentauchanzugs sehr gut abdichtet.
  • Trockentauchhandschuh mit Ringsystem: Der typische Trockentauchhandschuh wird mit einem Ringsystem am Trockentauchanzug befestigt und ist im optimalen Fall Wasserdicht. Unter den Handschuhen trägt man noch einen Stoffhandschuh, der der Isolation dient.
  • Trockentauchhandschuh ohne Ringsystem: Seit einer Weile gibt es auch Trockentauchhandschuhe, die ohne ein Ringsystem auskommen. Die Handschuhe haben ebenfalls eine Manschette, die man bei Anziehen plan auf die Manschette des Anzugs legt. Durch diesen Kontakt Manschette – Manschette dichtet das System wasserdicht ab.
  • Armstulpen: Hier im Blog wurden Armstulpen schon früher behandelt. Diese vermeiden sehr einfach die entstehenden Kältebrücken zwischen Anzug und Handschuhen. Eine Bastelanleitung findet Ihr hier.

Spezial: Trockentauchhandschuhe ohne Ringsystem

Trockentauchhandschuhe ohne Ringsystem (Firma Nordic Blue)

Hier rechts im Bild seht Ihr solch einen Handschuh der Firma Nordic Blue. Ebenfalls sehr gut zu erkennen ist die eigene Manschette des Handschuhs. Diese wird nur auf die Manschette des Trockentauchanzugs gezogen. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass die Manschette auch wirklich gut liegt, und nicht irgendwo Falten wirft. Ansonsten unterscheiden sich diese Handschuhe was die Isolierung angeht nicht von Handschuhen mit Ringsystem. Wie man diese Handschuhe ohne Hilfe seines Tauchpartners anzieht, werde ich Euch in einer der nächsten Wochen verraten.


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Das körperliche Befinden

Die Überschrift klingt zwar ein wenig komisch, aber wenn man über Unterzieher, Trockentauchen und kaltes Wasser spricht wird dieser Punkt von den technikliebenden Tauchern ganz gerne vernachlässigt. Die beste Isolationsstrategie hilft nicht, wenn unser Körper nicht auf das kalte Wasser eingestellt ist. Daher sollte vor einem Tauchgang in kaltem Wasser folgendes beachtet werden:

  • Genügend Schlaf: Auch wenn es lustig klingt, ist dies nicht zu unterschätzen. Ein fitter und ausgeschlafener Taucher wird in kaltem Wasser (bei gleicher körperlicher Voraussetzung und gleicher Isolationsstrategie) sicherlich nicht so schnell frieren, wie ein unausgeschlafener.
  • Essen vor dem Tauchgang: Für unseren Körper ist tauchen in kaltem Wasser eine höchst energieraubende Angelegenheit. Daher ist Essen vor dem Tauchgang ein wichtiger Punkt. Man soll sich jetzt nicht über extra große Portionen hermachen, aber ein Teller Nudeln oder ein gehaltvolles Frühstück ist schon eine Menge wert!
  • Flüssigkeitshaushalt: Für Taucher eigentlich selbstverständlich, aber trotzdem hier noch einmal erwähnt. Auch genügend Flüssigkeit vor dem Tauchgang hilft schon einiges beim Warmbleiben.
  • Nicht schon vor dem Tauchgang frieren: Ein sehr wichtiger Punkt, denn wer schon vor dem Tauchgang friert, dem wird es unter Wasser sicherlich nicht wärmer! Gerade im Winter sollte man es vermeiden sich am Tauchplatz komplett umzuziehen. Wer bei Minusgraden nur in Unterwäsche da steht, tut seinem Wärmehaushalt sicherlich nichts gutes.
  • Nicht schwitzen vor dem Tauchgang: Klingt leichter als gesagt, ist aber auch ein guter Punkt. Wenn ich mit feuchtem Unterzieher abtauche, ist durch die Feuchtigkeit ein schnelleres Frieren vorprogrammiert. Im Sommer heißt das z.B. zuerst seine Flaschen etc. ans Wasser zu tragen, bevor man sich den Trockentauchanzug anzieht.

Nächste Woche

Nachdem wir heute erfahren haben, was wir für unsere Hände und unseren Kopf machen können und nun wissen, dass man sich selbst (nicht nur die Ausrüstung) vor einem Tauchgang vorbereiten kann, widmen wir uns nächste Woche den kleinen Sonderausstattungen der Trockentauchanzüge. Also, dran bleiben …

2 Kommentare

  1. Ich freue mich schon sehr auf eine ausführliche Erklärung mit vielen Bildern zum Anziehen der Trockentauchhandschuhe ohne Ringsystem. Habe sie noch nie alleine angezogen bekommen.

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