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Loch im Trockentauchanzug finden

| 17 Kommentare

Wie finde ich ein Loch in einem Trockentauchanzug?

Viele von Euch werden es kennen: Wenn die Temperaturen wieder steigen und man im Trockentauchanzug tauchen geht, steigt man am Ende des Tauchgangs meist mit einem feuchten Unterzieher aus dem Anzug. Dabei stellt sich dann die Frage, ob das Schweiß ist, der auf Grund der gestiegenen Temperaturen produziert wurde, oder ob der Anzug nicht doch irgendwo ein Loch hat.

Löcher im Anzug sind meist recht gut zu erkennen. Bei einer Undichtigkeit an einer der Nähte tut man sich dann aber schon um einiges schwerer! Im Folgenden möchte ich Euch eine Möglichkeit zeigen, wie Ihr selbst auf die Suche nach einem Loch in Eurem Trockentauchanzug gehen könnt:

Ein kleines Beispiel vorab

Sich lösende Verklebung im Schrittbereich eines Trockentauchanzugs

Eine Stelle, die mich an meinem Trockentauchanzug immer ein wenig nervös macht, ist im Schrittbereich. Hier löst sich schon seit einiger Zeit die Verklebung über einer der Nähte. Allerdings habe ich an dieser Stelle keine Probleme mit eintretendem Wasser. Als Beispiel wie eine undichte Naht aussehen könnte, ist das Bild aber ganz gut geeignet.

Um nun ein Loch oder eine Undichtigkeit im Trockentauchanzug zu finden, gibt es eine einfache Möglichkeit. Ihr pumpt den Anzug auf und kontrolliert “verdächtige” Stellen mit einem Mix aus Spülmittel und Wasser; aber der Reihe nach:


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Was wird benötigt?

Für diesen Test benötigt Ihr:

  • (Natürlich) einen Trockentauchanzug
  • 2 leere Plastikflaschen (hier im Bsp. 1,5l)
  • ca. 30 cm Gummileine
  • Sprühflasche mit einem Mix aus Wasser und Spülmittel
  • Eine Pressluftflasche mit einer 1. Stufe und einem Mitteldruckschlauch daran

Schritt 1 : Trockentauchanzug auf links drehen

Um die Nähte kontrollieren zu können, bietet es sich an, den Anzug auf links zu drehen. Wenn Ihr kein offensichtliches Loch im Anzug habt, ist es meist einfacher von innen zu suchen, da hier die störende Kaschierung des Anzugs nicht vorhanden ist, und ihr somit besser suchen könnt.

Tipp: Denkt daran das Auslassventil des Anzugs zu schließen! Und für alle Benutzer eines P-Valves: Dieses ebenfalls schließen.

Schritt 2: Armmanschetten abdichten

Plastikflaschen dichten die Armmanschetten ab

Eine sehr einfache Möglichkeit die Armmanschetten abzudichten ist, von innen eine Plastikflasche in die Arme zu stecken. Ich habe 1,5 l Flaschen verwendet. Je nach Armdicke kann man das natürlich variieren!

Tipp: Die Flaschen nicht zu fest in die Armmanschette drücken. Dies erleichtert das Entfernen am Ende!

Schritt 3: Reißverschluss schließen

Im nächsten Schritt verschließt Ihr den gasdichten Reißverschluss des Trockentauchanzugs. Da der Anzug auf links gedreht ist, ist dies nicht mehr so einfach. Das letzte Stück des Reißverschlusses schließt Ihr am Besten, in dem Ihr durch die Halsmanschette greift.


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Schritt 4: Halsmanschette abdichten

Halsmanschette abdichten (hier mit Mitteldruckschlauch, der ins Innere des Anzugs führt)

Nun geht es daran die Halsmaschette abzudichten.

Da ihr aber noch die Möglichkeit benötigt den Anzug aufzupumpen, müsst Ihr vor dem Abdichten noch einen Schlauch ins Innere des Anzugs führen!

Ich habe hierfür einen Mitteldruckschlauch ohne angeschraubte 2. Stufe verwendet. Somit müsst Ihr nur das Ventil der Flasche öffnen, und die Luft strömt in den Anzug.

Die Halsmanschette dichte ich mit einem ca. 20-30 cm langen Stück Gummileine ab. Somit schließt sich die Halsmanschette um den Mitteldruckschlauch und wird von der Leine zusammengehalten.

Schritt 5: Anzug aufpumpen

Trockentauchanzug aufpumpen

Wenn Ihr alle Ventile geschlossen und alle Manschetten abgedichtet habt, könnt Ihr damit beginnen den Anzug langsam aufzupumpen.

Bei der hier vorgestellten Möglichkeit, einfach das Ventil an der Flasche leicht öffnen, und schon strömt Luft in den Anzug.

Und hier auch direkt mal noch etwas Neues: Selbst produzierte, bewegte Bilder:

Schritt 6: Auf eventuelle Geräusche achten

Aufgeblasener Trockentauchanzug

Bevor Ihr Euch auf die Suche nach dem Loch macht, hört erst einmal hin. Eventuell kann man Löcher schon anhand von Zischgeräuschen erhören. Dies erleichtert Euch ein mögliches Lokalisieren einer Undichtigkeit erheblich.

Auch könnt Ihr jetzt noch feststellen, ob Eure Abdichtungen an Manschetten etc. auch wirklich dicht sind!

Schritt 7: Loch suchen

Mit einer Mischung aus Wasser und Spülmittel auf der Suche nach dem Loch im Trockentauchanzug

Jetzt könnt Ihr auf die Suche nach dem Loch gehen.

Ich verwende hierfür eine Sprühflasche mit einer Mischung aus Wasser und Spülmittel. Vorteil dieses Gemisches ist es, dass die Flüssigkeit bei einem eventuellen Loch anfängt Bläschen zu werfen, und man so gut erkennen kann, wo genau die Undichtigkeit sitzt.

Tipp: Falls Ihr das ganze in Eurer Wohnung macht, denkt an eine Unterlage, da das ganze doch recht feucht wird!

Löcher direkt an den Nähten

Ein Loch direkt an der Naht?

Ein Loch direkt an der Naht kann man am besten entdecken, in dem man die Naht großflächig einsprüht. Auch ist es hilfreich mit der Hand die Wasser-Spülmittel-Mischung auf der Naht zu verstreichen. Wenn Ihr die Naht gut befeuchtet habt, drückt auf den Anzug, sodass Ihr den Druck im Inneren erhöht. Sollte ein Loch in der Naht sein, könnt Ihr dies durch Bläschenbildung fest stellen.


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Löcher an/ in den Manschetten

Loch an/ in einer Manschette?

Prüft auf diesem Weg auch gleich mal nach, ob Eure Manschetten noch dicht sind. Löcher in den Manschetten selbst erkennt man leicht, in dem man das Material ein wenig zieht, bzw. dehnt.

Auch der Übergang Trockentauchanzug/ Manschette sollte von Euch geprüft werden, da hier auch ganz gerne mal Undichtigkeiten entstehen.

Arm auf Dichtigkeit prüfen

Arm des Trockentauchanzugs auf Undichtigkeit überprüfen

Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass ich nach einem Tauchgang recht feuchte Arme habe. Daher habe ich besonders noch einmal die Arme des Anzugs überprüft.

Wichtig hierbei ist auch, dass Ihr Euch das Auslassventil einmal genauer anschaut. Hier kann es schon hilfreich sein, das Ventil von Zeit zu Zeit mit klarem Wasser zu spülen um Dreckpartikel, die sich evtl. festgesetzt haben zu entfernen. Gleiches gilt natürlich für das Einlassventil.

TfT-Insider: Try and Error

Etwas aus der Kategorie “Try and Error”

Und zum Schluss noch etwas um Euch zu zeigen, in wie weit Ideen entstehen und bei der Umsetzung wieder verworfen werden! Also sozusagen ein Insider aus der “Tipps-fuer-Taucher-Werkstatt”.

Eine erste Idee war es, die Halsmanschette mit einem Luftballon abzudichten. Vom Prinzip her nicht schlecht, da der Luftballon sehr gut mit der Halsmanschette gedichtet hat. Allerdings hat sich dann gezeigt, dass er in dem Bereich, in dem der Mitteldruckschlauch in den Anzug führt überhaupt nicht dichtet. Ich dachte eigentlich der Ballon sei so elastisch und flexibel, dass dies kein Problem darstellt … allerdings falsch gedacht. Daher wurde die Luftballon-Methode auch schnell wieder verworfen.

Was mache ich, wenn ich ein Loch entdeckt habe

Das Loch zu finden ist noch die einfachste Aufgabe. Aber es sollte ja auch wieder gedichtet werden, so dass der Trockentauchanzug seinem Namen wieder alle Ehre macht.

Bei kleinen Löchern in Trilaminatanzügen kann man sehr einfach mit Aquasure nachdichten. Bei einem Neopren-Trockentauchanzug hilft meist Neoprenkleber. Im Bereich der Nähte würde ich einen Tauchshop aufsuchen, oder mich direkt an den Hersteller des Anzugs wenden.

Bei Löchern in Manschetten könnt Ihr Euch überlegen, wie “bastelbegabt” Ihr seid, und das ganze evtl. selbst erledigt, oder den Anzug zu einem Tauchshop bringt.

Da alle Manschetten meines Anzugs mittlerweile sehr schlecht aussehen (z.T. schon leichte Risse haben), denke ich, dass die Feuchtigkeit hiervon stammt. Und daher wird sich genau diese Fragestellung für mich ergeben: Selbst wechseln oder zu einem Tauchshop bringen?

Aber ich denke, ich werde einen neuen Tipp daraus machen!

17 Kommentare

  1. servus,

    nette seite die du hier hast!

    Evtl. ein nützlicher Tipp für dich beim Trocki aufblasen wenn Löcher gesucht werden.

    “Schritt 5: Anzug aufpumpen”
    Wenn du schon ein Pee-Valve eingebaut hast, warum bläst du den Anzug dann nicht über dieses auf wenn er “nach links” gedreht ist !?!?!?

    Das mit dem Luftballon für die Halsmanschette ist eine gute Idee ;-)

    Lg
    Clemenzo

  2. Hi Stefan,

    Guter Artikel.
    Warum machst Du diese Wackellösungen mit dem füllen über Pee-Valve oder die Halsmanschette?
    Ich würde aber den Trockentauchanzug einfach über den Inflator auf der Brust füllen. Dafür ist der doch da, oder? :-)

    Viele Grüße,
    Christian

  3. Shame on me…
    Wer lesen kann ist klar im Vorteil: Wenn der Anzug auf links gedreht ist, ist das natürlich schwierig ;-)

    Viele Grüße,
    Christian

  4. Hallo Halbtrockentaucher;-)

    ich drehe meinen Trocki auf links, vorher setzte ich die Trockenhandschuhe oder Flaschen in die Armmanschetten, einen mögl. langen Holzstiel stecke ich in beide arme (Vogelscheuche), daran wird der Anzug aufgehängt, dann lass ich durch sie Halsmanschette Wasser einlaufen, erst ein Bein (längere Zeit hängen lassen um kleinste Löcher zu finden), dann das andere Bein….danach binde ich die Beine hoch, um den Oberkörper zu testen, gefundenes Loch wird mit Aquashure (Pattex Kraftkleber, ist auch gut und viel billiger) abgedichtet, zum auftragen nutze ich einen gekürzten harten Pinsel und drücke damit den Kleber ins Gewebe!!!!!

    Viel Spass!

  5. Hallo miteinander!
    Noch ein Gedanke zum Flicken mit Aquasure: Wenn man dem Aquasure Cotol beimischt (Reiniger und Verdünner von Urethan-Kleber), dann ist der Aquasure dünner, dringt somit tiefer ins Loch / ins Gewebe ein (hält länger) und ist elastischer. Ansonsten, wie viele bereits aus Erfahrung wissen, wird der Kleber bald mal hart und wenn er nur auf die Oberfläche gepappt wird, muss man immer wieder kleben. Betreffend Mischverhältnis (für alle die eine Handgelenk x Pi-Methode möchten): So viel Cotol beifügen, dass es eine sirupartige Masse gibt.
    Ah ja. Bei besonders heiklen Stellen wie an den Füssen: Es lohnt sich von beiden Seiten her zu kleben.
    Frohes basteln!

  6. Ich hab mir zum Abdrücken von Trockies ein Low-Budget-Tool gebastelt.
    Das ist ein kleiner, stabiler Plastikeimer (ca. 3l, Boden-Dm ca. 13 cm), in den ich mittig im Boden das Gegenstück einer 0815-Druckluftkupplung verschraubt habe. Der Füllnippel steht nun von der Außenseite des Eimerbodens ab. Bis Schritt 2 ist das Prozedere bei mir gleich, ich werfe allerdings mit den Flaschen auch den Eimer in den Trockie. Nach Schließen des Zips drücke ich den Eimer, mit dem Boden voran, ein Stück durch die Halsmanschette aus dem Anzug.
    Da der Eimer unter Druck nicht durch die Bude ploppen soll, wird nun noch die Halsmanschette mit einem Spanngurt um den Eimer gekebelt.
    Zum Füllen hab ich mir einem ausrangierten MD-Schlauch mit einer passenden Druckluftkupplung bestückt.
    Falls Du dir das ganze anhand der Beschreibung nicht vorstellen kannst, kann ich dir gerne Bilder schicken.
    Viele Grüße

  7. Hallo,

    eine weniger Aufwändige Methode ist es, den Trocki auf Links zu drehen und von innen mit einer Taschenlampe die Nähte abzuleuchten. In der Regel weiß man ja so ungefähr, wo’s löppt. Damit habe sehr schnell und einfach zwei Löcher in meinem Trilaminat trocki gefunden

    Gruß Cornelia

  8. Hallo,
    Ich hatte auch ein paar Löcher zu finden und habe den Anzug auf links gedreht, alles wie oben beschrieben. Der Unterschied zur obiogen Methode: Ich habe einen Gartenschlauch via Halsmanschette eingeführt, zugebunden und mit Klebeband abgedichtet (vorher den Anzug ganz platt machen, so dass möglichst wenig Luft drin bleibt). Dann den Anzug mit Wasser prall gefüllt. Nun muss man nur noch den Wassertropfen nachgehen, markieren und wenn der Anzug getrocknet ist mit Aquasure reparieren! So findet man jedes Leck!
    Gruss
    Masi

    • Hi Carsten

      Die selbe Methode hat mir vor 2 Monaten die Tocki-Rep-Werstatt meines Vertrauens gezeigt. Hat super funktioniert. Hab früher auch änder Methoden getestet, aber so funktioniert es einfacher und zuverlässig.

      Gruß

      Stefan

  9. Hallo,
    bei der Lecksuche fülle ich das Spüli mit 2-3 Liter Wasser direkt in den Trocki.
    Die Halsmanschette verschließe ich mit einem Kinderball.
    Aufgepumpt wird über das Pee-Valve.

    Ich hatte dieses Jahr ein undichtes Auslaßventil .
    Das ließ sich mit meiner Methode leider nicht lokalisieren.
    Erst nach dem Zerlegen und Umdrehen der oberen Dichtung im Ventil,war dieses wieder dicht.
    Ich hatte echt Streß damit, dieses Leck zu finden.

    Ich werde auch die Methode von masi ausprobieren,
    Hier der Link dazu. http://www.dui-online.com/drysuit-leak-test-do-it-yourself/

    Viele Grüße
    Carsten

  10. Hallo,

    wenn der Anzug kein Pee Valve hat, kann der Anzug auch mit von innen aufgeblasen werden. Du legst die Flasche mit einer Luftpistole in den Anzug ins bein oder wohin auch immer die Luftpistole im Arm dann kannst du diese von aussen betätigen.

    Den Anzug dann aber vorsichtig und langsam drehen, sonst machst du noch mehr Löcher als es dir lieb ist ;-)

    Gruss

  11. Ich Blase meinen Trocki mit dem Kompressor durch das Einlassventil auf ,Die Halsmanschette dichte ich mit einem Kleinen Eimer ab die Arme werden mit mit den Trockenhandschuhe dicht . Drücke ,um ihn zu füllen gleichzeitig das Einlassventil und die Luftpistole vom Kompressorschlauch . Dichtigkeit überprüfe ich ,wie schon bekannt, mit Spüliwasser.

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