Tipps für Taucher

Tipps rund um das Thema "Tauchen"

Einsteigerserie: Trockentauchen (5)

| 1 Kommentar

Letzte Woche haben wir uns mit dem Thema Isolation der Hände und Füße sowie der körperlichen Befindlichkeit vor dem Tauchen beschäftigt. Heute möchte ich ein wenig das Thema Zusatzausrüstung für Trockentauchanzüge beleuchten. Neben den Ausstattungsmerkmalen, die ein normaler Trockentauchanzug bietet, gibt es auch noch einige Sonderausstattungen, die man zum Teil auch noch sehr leicht nachrüsten kann.

Im heutigen Artikel möchte ich Euch vier mögliche zusätzliche Ausrüstungsteile vorstellen:

Wärmekragen

Wärmekragen am Trockentauchanzug

Ein so genannter Wärmekragen ist gerade bei Tauchgängen in kaltem Wasser sehr nützlich, da man unter diesen Kragen den verlängerten Hals der Kopfhaube schieben kann. Dies verhindert einen Wasseraustausch in der Kopfhaube und schützt auch gleichzeitig den Hals vor kaltem Wasser. Diese Kragen gibt es in unterschiedlichen Varianten. Der Wärmekragen hier auf dem Bild besteht aus Neopren und ist fest an den Trockentauchanzug angesetzt. Andere Varianten lassen sich durch Reißverschlüsse oder Klettband vergrößern oder verkleinern.


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Beintaschen

Beintaschen am Trockentauchanzug

Für all diejenigen unter Euch, die mit vielen Kleinteilen, wie Boje, Spool etc. tauchen gehen, sind Beintaschen eine sehr gute Möglichkeit Ausrüstungsgegenstände einfach zu verstauen und diese auch leicht wieder zu erreichen. In einem anderen Artikel hatte ich auch schon einmal beschrieben, wie man in diese Taschen Gummibänder/ Bungee Loops integriert, um Ausrüstung einfach sichern zu können. Diese Taschen gibt es natürlich ab Werk schon am Anzug, sind aber auch sehr einfach nachträglich zu befestigen (dazu wird es in den nächsten Wochen noch einen Artikel geben).

Pee-Valve / Pinkelventil

Pee-Valve / Pinkelventil an einem Trockentauchanzug

Ein oft belächeltes aber doch sehr nützliches Ausrüstungsteil ist das so genannte Pee-Valve. Auch belannt unter P-Valve, oder Pinkelventil. Dabei handelt es sich um ein Ein-Wege-Ventil, das an der Innenseite des Oberschenkels in den Anzug integriert wird. Von außen sieht das Pinkelventil ein wenig aus wie eine kleine Version des Auslassventils. Man kann es ebenfalls öffnen und schließen. Im Inneren des Anzugs läuft dann ein Schlauch an die entsprechende Körperstelle. Für Männer gibt es so genannte Urinalkondome, die man sehr einfach an das Ventil anschließen kann. Für Frauen gibt es mittlerweile das so genannte She-P; eine Art Schale zum Aufkleben.

Als Taucher sollte man ja das Problem der Dehydratation kennen. Und passend dazu gibt es ja den schönen Spruch: “Es gibt Taucher, die in ihren Anzug pinkeln, und Taucher, die nicht darüber reden”. Im Nasstauchanzug ist das sicherlich kein großes Problem, beim Trockentauchen isoliert ein feuchter Unterzieher aber leider nicht mehr ganz so gut … vom hygienischen Aspekt ganz abgesehen. Daher ist ein Pinkelventil eine sehr gute Möglichkeit gut hydriert tauchen zu gehen und dann auch (ohne Druck) entspannt tauchen zu können.


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Heizweste

Eine in letzter Zeit immer öfter im Winter an Tauchplätzen anzutreffendes Ausrüstungsteil ist die Heizweste. Diese trägt man unter dem Unterzieher und wird elektrisch betrieben.

Anschluss an den Anzug

Anschluss am Einlassventil des Trockentauchanzugs

Das Ganze ist natürlich mit ein wenig technischem Aufwand verbunden. Da die Akkuquelle natürlich außerhalb des Anzugs getragen wird (z.B. wie ein Lampentank am Bauchgurt der Bebänderung). Dazu notwendig ist dann natürlich eine Durchführung in das Innere des Anzugs. Hierbei gibt es die Möglichkeit sich ein modifiziertes Einlassventil einzubauen, in das die Kabeldurchführung eingelassen ist. Eine andere Möglichkeit ist es einen speziellen Stecker in den Anzug zu integrieren, der zur Durchführung genutzt wird. Allerdings ist hierbei ein weiteres Loch im Anzug nötig.

Die Heizweste

Heizweste für Trockentaucher

Unter dem Unterzieher trägt man dann eine Heizweste, die mit Hilfe der eben beschriebenen Durchführung, an  den Akku angeschlossen wird. Heizwesten sind sicherlich für sehr kalte Temperaturen ein sehr gute Ergänzung der Isolierung. Allerdings sollte man bei der Benutzung immer daran denken, dass Elektronik unter Wasser immer ausfallen kann. Man sollte also seinen Tauchgang auch einigermaßen warm beenden können, wenn die Heizweste einmal komplett versagen sollte. Dies sollte vor der dann doch nicht ganz so günstigen Anschaffung auf alle Fälle bedacht werden!


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Zusatzausrüstung

Die oben beschriebenen Gegenstände zählen mittlerweile zu den gängigsten Zusatzausrüstungen für Trockentauchanzüge. Vor allem der Wärmekragen, die Taschen und das Pinkelventil möchte ich bei längeren Tauchgängen nicht mehr missen!

Nächste Woche kommen wir dann schon zum vorletzten Teil der Einsteigerserie: Trockentauchen. Der Artikel wird sich mit der “Pflege” der Anzüge beschäftigen.

Ein Kommentar

  1. Hallo Stefan,
    erst mal vielen Dank für die Mühe, die in Deiner sehr hilfreichen und informativen Seite steckt. Sie hat mir als Einsteigwilliger in das Trockentauchen schon sehr weiter geholfen. Ich warte auf die Schneeschmelze, um als bald möglich den Trocki und die im Schwimmbad-Wintertraining erworbenen praktischen Kenntnisse (unter Begleitung eines erfahrenen TL aus dem Verein) umzusetzen.
    Nun meine Frage: In einer Werkstatt für Trilaminatanzüge (Workstation Berlin)habe ich die Manschetten erneuern lassen und mich nach der”Montage” von Beintaschen erkundigt. Der Chef meinte, er klebt und näht diese auf , damit sie befestigt bleiben und nicht irgendwann abreissen.(?) Deshalb muss der Anzug im Bereich der Naht abgedichtet werden.
    Aus Kostengründen würde ich es mit dem richtigen Kleber lieber selbst machen, aber ohne nähen und nachträglichem Abdichten der Naht(?) Wie ist die Erfahrung mit der Festigkeit der Kleber auf er rauhen Außenhaut?
    Gruß
    Sören

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