Tipps für Taucher

Tipps rund um das Thema "Tauchen"

Einsteigerserie: Nitrox – Flaschen analysieren und markieren

| 2 Kommentare

O2-Messgerät für die Analyse des Atemgases vor dem Tauchgang

Nachdem wir uns im letzten Artikel der Einsteigerserie: Nitrox mit den Vor- und Nachteilen des Gasgemisches beschäftigt haben, möchte ich heute ein kurzes, aber meiner Meinung nach, DAS wichtigste Thema beim Tauchen mit Gasgemischen ansprechen: Das analysieren des Gases und das richtige Markieren der Flaschen.

Anders als bei Luft, tauchen wir bei Nitrox mit einem erhöhten Sauerstoffanteil im Atemgas. Wie Ihr bereits wisst, kann Sauerstoff ab einem Partialdruck von 1,6 bar für Taucher gefährlich werden. Daher ist es notwendig sein Atemgas vor dem Tauchgang genau zu analysieren!


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Warum muss ich mein Nitrox-Gasgemisch vor dem Tauchgang analysieren?

Jeder, der einen Nitrox-Schein gemacht hat, wird mit der Abkürzung MOD bestens vertraut sein. MOD steht für den englischen Begriff: Maximum Operation Depth –  auf deutsch übersetzt: Maximale Einsatztiefe. Und das ist auch genau das, was es beschreibt! Jedes Nitrox hat bezogen auf den Sauerstoffanteil eine MOD/ maximale Einsatztiefe.

Um die MOD vor dem Tauchgang festlegen zu können ist es nun wichtig VOR dem Abtauchen zu wissen, welchen Sauerstoffanteil man in der Flasche hat.

Als ein kleines Beispiel: Wenn wir davon ausgehen, dass der Partialdruck 1,4 bar für unsere Tauchtiefe bestimmend ist, dann haben wir mit folgenden Nitrox-Gemischen folgende MODs:

  • EAN 28: 40 m
  • EAN 32: 34 m
  • EAN 36: 29 m

(Bitte beachtet, dass diese MODs sich lediglich auf den Sauerstoffpartialdruck beziehen! Hier wurde die narkotische Wirkung des Stickstoffs noch nicht beachtet!)

Unterhalb dieser MODs steigt der Sauerstoffpartialdruck in Gegenden, die unter Umständen gefährlich werden können!

Wie Ihr jetzt sicherlich seht, ist es wichtig, vor dem Abtauchen zu wissen, was für ein Nitrox-Gemisch man eigentlich in der Flasche hat. Unter Wasser lässt sich dies nicht mehr feststellen!

Wie analysiere ich?

Für die Analyse von Nitrox-Gemischen gibt es im gut sortierten Tauchshop so genannte Sauerstoff-Analyser (siehe auch Bild oben). Mit diesen kann man den genauen Sauerstoffanteil in der Flasche bestimmen. Auf dem Markt sind einige Produkte unterwegs. Lasst Euch vor dem Kauf vom Verkäufer oder einem erfahrenen Nitrox-Taucher helfen.


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Wie markiere ich meine Flasche(n) richtig?

Wenn Ihr nun also wisst, welches Gasgemisch Ihr in den Flaschen haben, müsst Ihr nun Eure Flaschen markieren! Warum? Ganz einfach: Gehen wir von einem normalen Betrieb auf einer Tauchbasis aus: Viele Taucher, viele Flaschen. Es gibt verschiedene Nitrox-Gemische und auch Taucher, die mit Luft tauchen. Wenn ich in diesem “Durcheinander” meine Flasche nun nicht richtig markiere, kann es sein, dass sie in die falschen Hände gerät! Und das kann gefährlich werden!

Die Markierung auf der Schulter der Flasche

Einsteigerserie: Nitrox - Aufkleber mit dem Sauerstoffanteil in Prozent

 

Diese Markierung zählt zu den wichtigsten der Nitrox-Flasche! Wichtig ist hierbei nicht, wie der Aufkleber aussieht, sondern was darauf zu lesen ist!

Hier im Bild rechts besteht der Aufkleber aus einem Stück Klebeband.

Die wichtigsten Informationen, die auf diesen Aufkleber gehören sind:

  • Der Sauerstoffanteil: Auf dem Bild die große, fette Zahl in der Mitte. Dies lässt Euch direkt erkennen, dass sich in der Flasche ein Gasgemisch mit einem Sauerstoffanteil von 31,5 Prozent befindet. Und dies ist auch die WICHTIGSTE Markierung. Geht niemals mit einer Nitrox-Flasche tauchen, auf der nicht der Sauerstoffanteil des Gemisches vermerkt ist! Die Verwechslungsgefahr ist einfach zu groß!
  • Wer hat analysiert? Oben im Bild auf der rechten unteren Seite des Aufklebers ist zu erkennen wer das Gas analysiert hat. Hier haben sich die Initialen oder der Vorname bewehrt. Unterschriften, wie es teilweise von Verbänden vorgeschlagen wird, sind eher unpraktikabel, da sie meist nicht zu lesen sind, und man im Nachhinein nicht mehr weiß wer genau die Flasche analysiert hat.
  • Datum der Analyse: Und als letzter Punkt noch das Datum der Analyse, klein unten links im Eck.

Fertig! Das war es auch schon. Alles was noch zusätzlich auf den Aufkleber kommt, verwirrt nur. Daher lasst es weg!

Bei viel Tauchbetrieb auf der Basis oder in Eurem Tauchclub bietet es sich auch zusätzlich an, Eure Flaschen mit einer permanenten Markierung z.B. Eurer Initialen, zu versehen. Den passenden Tipp dazu gibt es hier.

Beschriftung von “Dekogasen”

Das Analysieren und Markieren des richtigen Atemgases wird um so wichtiger, mit je mehr Flaschen Ihr tauchen geht. Technische Taucher verwenden neben dem Gas, dass sie auf Tiefe atmen auch mindestens ein Atemgas, dass speziell für die Dekompression genutzt wird. Je tiefer und länger die Tauchgänge werden, desto mehr Atemgase kommen dazu. Und hier wird es nun sehr wichtig zu wissen, in welcher Flasche welches Gas ist.

Markierungen an einer Stage-Flasche

Fertig geriggte Stage

Neben dem obligatorischen Aufkleber, wie er oben beschrieben wurde, kann man auf so genannten Stage-Flaschen oder Dekompressionsflaschen auch oft große Zahlen auf der Flasche erkennen. Diese stellen die MOD dar!

Hier auf dem Bild zeigt Euch der Aufdruck “21″, dass die Flasche auf einer maximalen Tiefe von 21 m geatmet werden darf.

In dieser Flasche befindet sich meist ein Nitrox-Gemisch mit einem Sauerstoffanteil von 50 % (EAN 50).

Der aufmerksame Leser wird nun wohl kurz stutzen! 50 % Sauerstoff bei einer Tiefe von 21 m? Da liege ich doch bei über 1,4 bar O2-Partialdruck (genau gesagt bei 1,55 bar)! Ja, das stimmt! Dies liegt aber auch daran, dass technische Taucher für ihre Dekompressionszeit mit einem höheren O2-Partialdruck rechnen, als bei Gasen, die auf Tiefe geatmet werden.


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Wichtig: Wisst was Ihr für ein Nitrox-Gemisch taucht!

Ich hoffe ich konnte Euch das Thema “Gasgemisch analysieren und Flaschen markieren” ein wenig näher bringen. Wie schon geschrieben: Es gehört für mich zu einem der wichtigsten Themen beim Tauchen mit Nitrox! Es ist zwar wirklich ein banales Thema, aber es passiert leider immer mal wieder, dass Taucher ein falsches Atemgasgemisch auf der falschen Tiefe atmen und den Tauchgang leider nicht überleben.

Daher analysiert Eure Nitrox-Gemische und markiert Eure Flaschen, so dass Ihr zu jeder Zeit wisst, was für ein Gasgemisch Ihr in Euren Flaschen taucht!

2 Kommentare

  1. Schicker Artikel, vielen Dank!

    Kleiner Hinweis für diejenigen, für die dieses Thema noch relativ neu ist: Bei den MODs wird meist neben dem Sauerstoffpartialdruck auch die narkotische Wirkung eines Gases betrachtet. Dies ist bei den oben genannten MODs nicht der Fall, daher liegen diese Werte im Hinblick auf das gesamte Spektrum der möglichen MODs in einem “sportlichen” Bereich.

    Zum Thema Sauerstoffanalysegeräte gab es in der vorletzten Ausgabe der wetnotes einen sehr guten Artikel, den ich als weiterführende Lektüre empfehlen möchte.

    Viele Grüße
    Niko

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