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Tipps rund um das Thema "Tauchen"

Blei

| 4 Kommentare

Verschiedene Formen von Blei

Mit dem heutigen Artikel, mit dem viel sagenden Titel “Blei”, möchte ich ein wenig Licht in Begriffe wie V-Weight, Tail-Weight, P-Weight etc. bringen.

Jeder Taucher hat ja mehr oder weniger dieses Metalls dabei. Wie auf dem Bild zu sehen, gibt es für das Tauchen mit Doppelflaschen mehrere Möglichkeiten, das Blei an den Flaschen oder der Rückenplatte zu befestigen.

Zu Beginn aber erst mal einige Begriffsklärungen:

  • V-Weight: Auf deutsch V-Gewicht, wird wegen seiner V-Form so genannt. V-Weights werden meist zwischen den Doppelflaschen befestigt.
  • P-Weight/ Plate-Weight: Auf deutsch P-Gewicht/ Platten-Gewicht, wird in der Falz der Rückenplatte befestigt.
  • Tail-Weight: Auf deutsch bedeutet Tail “Schwanz”. Das Tail-Weigth wird am hinteren Ende der Flasche befestigt.

Im Folgenden möchte ich Euch die einzelnen Blei-Varianten kurz vorstellen:


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V-Weight

V-Weigth

Das V-Weight ist ein V-förmiges Stück Blei, das es im Tauch-Handel in mehreren Gewichtsklassen gibt. Das V-Weigth hat keine Möglichkeit es irgendwo an der Ausrüstung zu befestigen.

Es wird, wie hier rechts auf dem Bild zu sehen, lediglich zwischen die Schellen der Doppelflasche gelegt. Wird die Rückenplatte nun auf die Flaschen geschraubt, ist das V-Weight zwischen den Flaschen und der Rückenplatte eingeklemmt, und kann somit nicht mehr verrutschen.

Dieses Bleistück gibt es von 2 kg über 4 und 6 kg bis hin zu 8 kg (falls so viel benötigt wird).

P-Weight

P-Weight / Plate-Weight

Das P-Weight oder auch Plate-Weight wird in die Falz der Rückenplatte gelegt. Fixiert wird es mit den Schrauben, die auch das Wing und die Rückenplatte an den Flaschen befestigen.

Das P-Weight auf dem Bild ist eine 2,5 kg Ausführung. Es gibt hiervon auch noch eine 3,5 kg Variante.

Ein kleiner Nachteil, dieser Variante ist allerdings, dass die Falz der Rückenplatte nur eine begrenzte Aufnahmefähigkeit hat.

Bei Benutzung eines Storage-Packs (Tasche, die auf die Rückenplatte geschraubt wird, und in der größere Bojen verstaut werden können) kann es sein, dass man die Boje nicht mehr optimal unterbringen kann, da diese meist auch den Stauraum in der Falz benötigt.

Tail-Weigth

Tail-Weigth

Das Tail-Weight wird, wie der Name schon erahnen lässt, im hinteren Bereich der Flasche befestigt. Dies ist vor allem vorteilhaft, wenn man im hinteren Bereich Auftrieb hat.

Das hier gezeigte Tail-Weight ist ein 2 kg V-Weight, an das ein Stück Gurtband befestigt ist. Im oberen Bereich des Gurtbands ist eine Öse in das Gurtband integriert. Mit Hilfe dieser kann man das Tail-Weigth an der Schraube der unteren Schelle befestigen.

Tail-Weights wie dieses kann man auch sehr einfach selbst zuhause herstellen.

Gewichte bei Monoflaschen

Wenn Ihr mit einem Wing und einer Monoflasche unterwegs seid, gibt es hier auch eine Möglichkeit mit Blei-Gewichten im Bereich der Flasche/ Rückenplatte zu tauchen.

Anders als bei Doppelflaschen, wird bei einer Monoflasche ein so genannter Monoflaschenadapter benötigt. Dies sind zwei Flaschengurte, die einfach an die Rückenplatte geschraubt werden. Bei einigen Herstellern gibt es hier die Möglichkeit ein Gewicht im Bereich dieses Adapters zu befestigen. Diese liegen im Bereich 2-3 kg.

Ebenfalls ist das Befestigen eines P-Weights bei der Monokonfiguration möglich.


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Bleigurt

Oft hört man, dass gerade die DIR-Philosophie oder GUE das Tauchen mit Bleigurt nicht zulässt. Dies ist allerdings absoluter Quatsch!

Mit einem Wing-Doppelflaschen-System kann man genauso einen Bleigurt tauchen, wie auch beim Tauchen mit einem Jacket.

Man sollte sich nur im Vorfeld überlegen, ob man den Bleigurt unter der Bebänderung der Rückenplatte trägt (was den Vorteil hat, dass man den Gurt bei einem versehentlichen Öffnen nicht gleich verliert) oder ob man den Bleigurt über der Bebänderung der Rückenplatte trägt (was ein einfacheres “Abwerfen” im Notfall ermöglicht). In wie weit welche Variante die Beste ist, möchte ich einmal außen vor lassen.

Wie Ihr seht, gibt es mehrere Möglichkeiten das benötigte Blei sinnvoll in die Ausrüstung zu integrieren. Welches Blei für Euch persönlich in Frage kommt, solltet Ihr bei ein paar Testtauchgängen herausfinden. Ich habe nach etlichen Tauchgängen mit einem V-Weight zwischen den Flaschenschellen auf ein Tail-Weight gewechselt, da ich damit den Auftrieb der Flaschenböden ausgleichen konnte. Dadurch hat sich meine Lage beim Tauchen sehr verbessert.

4 Kommentare

  1. Wie immer ein sehr schöner Artikel :-)
    Der Vollständigkeit halber würde ich jedoch noch die klassischen Bleitaschen erwähnen, die inzwischen ja auch von allen Herstellern angeboten werden.
    VG
    Constantin

  2. Bleitaschen sind bequem. Da sie aber am Bauchgurt hängen, können sie aber auch hinderlich sein, vor allem wenn rechts der Lampenakku und links die Stageflaschen getragen werden.

    Beim Höhlentauchen ist ein Bleigurt empfehlenswert. Wenn das Gerät abgelegt werden muss, um eine Restriction zu passieren, ist es ziemlich blöd, wenn das Gerät auf dem Boden liegt und der Taucher Richtung Höhlendecke aufsteigt. Da kann der 2,10m Schlauch auf einmal recht kurz sein…. :-)

  3. Genau, dass ist der gleiche Effekt, den man auch bei Tauchschülern sieht, wenn sie in der Ausbildung ihr Jacket mit Bleiintegration unter Wasser ablegen müssen ;)

    Mit Stahlflasche ist mein Wing mit Backblech nahezu neutral im Süßwasser (abhängig von Füllzustand), im Salzwasser und/oder Aluflasche müsste dann ein wenig Blei an die Flasche, um diesen Zustand zu erreichen. Muss da glatt mal ein kleines Tailstück ausprobieren (da reicht ja ein kurzes Gurtende mit Öse und Stopper) – hab sonst im Urlaub manchmal ein Stückchen Blei auf den Monoflaschengurt geschoben, damit ich mich unter Wasser auch mal auf den Rücken drehen kann ;) .
    Das Blei am Gurt muss den Auftrieb des Neos/Trockis ausgleichen. So kann ich immer neutral bleiben.

  4. Kleine Anmerkung zu folgender Textpassage bei Blei:

    “Es wird, wie hier rechts auf dem Bild zu sehen, lediglich zwischen die Schellen der Doppelflasche gelegt. Wird die Rückenplatte nun auf die Flaschen geschraubt, ist das V-Weight zwischen den Flaschen und der Rückenplatte eingeklemmt, und kann somit nicht mehr verrutschen.”
    Reihenfolge: Doppelflasche – V-Weight – Blase/Wing – Backplate

    Dies funkt z.B.bei BTS-D12 mit V-Weight 4 kg. Bei weniger schwerem Blei z.B. 2kg verschwindet das V-Weight nach unten und es bleibt Luft zum Wing mit Plate. Daher kann das Blei zwischen den Schellen fröhlich rauf und runter rutschen.

    Ich habe mir nach einigen Versuchen der Positionsfindung das V-Weight mit zwei Streifen doppelseitigem Klebeband (ca. 2 mm Dicke) fixiert. An den Längsseiten vom Blei und dann zwischen D12 an richtiger Stelle fallen gelassen und angedrückt.
    Nachteil – Pack ist um 2kg. schwerer für das Handling. Sollte Position nicht passen, einfach beim nächsten Füllen, wenn die Flaschen warm sind, herausdrücken.

    Liebe Grüße
    Erwin

    P.S.: Super Seite :) :)

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