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Kursbericht GUE Tec 1 (re-upload) Teil 2

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GUE Tec 1, November 2012

Kursbericht: GUE Tec 1, November 2012

Im ersten Teil des Berichts über den GUE Tec 1 Kurs habe ich über die Anreise und die Übungstauchgänge an den ersten drei Tagen berichtet. In diesem Teil der Berichts geht es jetzt um die ersten tiefen Trimix-Tauchgänge.

Vierter Kurstag

Nach dem allmorgendlichen, ausgiebigen Müsli-Frühstück trafen wir uns bereits um 08:00 Uhr an der Tauchbasis. Wir analysierten unsere Gase (jeder 2x D12 (Trimix 21/35 und Trimix 18/45) und 2x 80cuft Stage (EAN50)) und bauten die Ausrüstung zusammen. Anschließend musste noch alles auf das Boot geladen werden. Als den Jungs der Tauchbasis auffiel, dass keiner von uns etwas zu essen dabei hatte (wir würden den ganzen Tag auf dem Meer verbringen) brachten sie kurzerhand noch einen Gaskocher, einen großen Topf und sehr viele Nudeln und Tomatensoße auf das Boot. Um 09:00 Uhr sind wir dann voller Vorfreude in See gestochen!

Bis zu unserem ersten Wrack, der Rosarol, einem Kreuzer aus dem 1. Weltkrieg, waren wir 1,5 Stunden unterwegs.

Tauchgang 1 – Rosarol

Wie vieler dieser Schiffe in der Umgebung von Krnica ist die Rosarol auf eine Mine aufgelaufen, in zwei Teile zerbrochen und gesunken.

Unser Ziel war es, das Heck des Wracks zu betauchen. Dort findet man noch die Steuerräder (3 Stück), direkt daneben zwei Maschinentelegraphen und etwas erhöht ein „Range Finder“. Dies ist eine Vorrichtung, mit der der Abstand zu Zielen bestimmt wurde, die beschossen werden sollten. Rich gab uns vor dem Abtauchen auch gleich die Aufgabe, diese Punkte anzutauchen und sie uns ausgiebigst zu begucken!

Der Abstieg dauerte – empfunden – sehr lange. Sich direkt an einer Shotline auf 45m fallen zu lassen ist schon sehr beeindruckend 🙂

Das Heckteil des Wracks war nicht sehr groß. Vielleicht 15 m lang – dann ging es direkt in den Teil über, an dem die Mine das Schiff zerrissen hat. Da ich noch nicht an allzu vielen Wracks getaucht bin, war das schon ein beeindruckender Tauchgang. Vor allem wenn man sich dann mal die Details wie die Steuerräder und die beiden Maschinentelegrafen näher betrachtet. Auch der „Range Finder“ war noch in sehr gutem Zustand. Zwar war alles bewachsen, aber man konnte z.B. die Glasscheiben noch sehen, durch die die Soldaten die Ziele anvisiert haben.

Nach 25 min beendeten wir dann den Tauchgang und stiegen der Shotline entlang nach oben. Wie wir es in den Tagen zuvor gelernt haben, sind wir auf 21 m auf unser Dekogas gewechselt uns haben die Deko nach Plan abgesessen. Durch ein wenig Strömung ab 15 m wurde es auch nicht ganz so langweilig, da wir uns in der Nähe der Leine halten mussten.

Oben angekommen ging es dann einer nach dem anderen zurück auf das Boot. Nach dem Ablegen der Flaschen, Kopfhaube und Handschuhen bekamen wir von der Crew jeder einen Thermobecher mit süßem Tee gereicht … was ein Service!!

Während der 2,5-stündigen Oberflächenpause bekamen wir ein lecker Essen serviert und verbrachten den Rest der Zeit mit Schlafen und ausruhen.

Tauchgang 2 – MTB

Der zweite Tauchgang war an einem MTB geplant. Diese MTBs waren die Gegenstücke der Alliierten zu den deutschen Schnellbooten. Diese waren besonders gut geeignet um in den Gewässern rund um Krnica zu operieren.

Da am Tauchplatz keine permanente Shotline angebracht war, hat die Bootscrew mit Hilfe von ein paar Bleigewichten, einem Halcyon Reel und einer Schwimmweste eine provisorische Shotline für uns installiert.

Der Abstieg verlief nicht ganz so sauber wie beim ersten Tauchgang. Daher haben wir etwas länger gebraucht, bis wir dann unten angekommen sind.

Vom Wrack selbst ist nicht mehr viel übrig. Es ist ebenfalls Opfer einer Mine geworden. Der hölzerne Rumpf hat schon ziemlich gelitten und durch etliche Fischernetze war zum Teil nur sehr wenig vom Wrack zu erkennen. Allerdings ragten die Kanonen noch sehr beeindruckend Richtung Wasseroberfläche. Da die Sicht auch nicht so berauschend war, war das Wrack dann doch eher unspektakulär. Aber ich denke man sollte ihm beim nächsten Besuch noch eine Chance geben, zumal das Trümmerfeld um das Wrack herum noch einiges zu bieten haben soll.

Der Aufstieg erfolgte dann im Freiwasser, was noch einmal eine andere Hausnummer war! Ohne Referenz aufzusteigen und den Tauchpartner und en Tiefenmesser im Blick zu haben, war dann doch wieder ein neues, interessantes Erlebnis. Aber die Tipps, die uns Rich zu Beginn des Kurses gegeben hat, konnten alle direkt bei diesem Tauchgang umgesetzt werden und waren wirklich sehr hilfreich. Auf 9 m haben wir dann noch eine Boje gesetzt, so dass uns das Boot leichter finden konnte und schon mal ungefähr wusste wo wir sind.

Bis wir dann wieder im Hafen waren, vergingen weitere 1,5 Stunden, die wir wieder dösend auf dem Boot verbrachten. Tauchen ist doch schon anstrengend 😉

Im Hafen hieß es dann Boot entladen, Flaschen zum Füllen bereit stellen und die Ausrüstung versorgen. Anschließend stand eine schnelle Dusche auf dem Programm. Zum Abendessen fuhren wir wieder ins das Restaurant „Luna“ im Nachbarort. Sehr zu empfehlen!

Für den kommenden, vorletzten Kurstag, hat Rich uns angekündigt, dass wir die letzten Theorieeinheiten besprechen werden und im Anschluss noch an unseren Rescue Skills arbeiten. Wir waren gespannt …

Fünfter Kurstag

Und schon sind wir beim vorletzten Tag des Kurses. Immer wieder sehr erstaunlich wie schnell doch die Zeit verfliegt! Nach unseren ersten Trimix-Tauchgängen gestern, hat uns Rich für den heutigen Tag angekündigt, dass wir unser Augenmerk auf rescue skills legen werden. Sprich Übungen für den Notfall.

Allerdings begann der Tag erst einmal mit einem kurzen Schock: Rich klopfte kurz nach 9 bei uns an der Tür und meinte nur „Guys we have a problem“ – Jungs wir haben ein Problem. Nach einem kurzen „Ui, was kommt jetzt“-Gedanken meinte er dann aber schmunzelnd: „I have the slowest coffee machine on earth“. Beginn war dann um 09:15 Uhr 🙂

Wir besprachen noch die letzten offenen Themen der Theorie und verabredeten uns dann nach einer Stunde Mittagspause an der Tauchbasis.

Rescue Skills

Dort haben wir dann wieder unser Equipment in die Autos verladen und sind die 200m zum Basis-eigenen Strand gefahren. Vor Ort bekamen wir ein kurzes Briefing über die Übung „unconscious diver“ – das bedeutet, dass man bei der Übung einen unter Wasser bewusstlosen Taucher entweder in der Horizontalen transportieren muss, oder mit ihm/ ihr einen Aufstieg durchführen muss.

Kurz beschrieben: Man taucht den bewusstlosen Taucher an, leert dessen Trockentauchanzug so gut es geht und öffnet das Auslassventil des Trockis komplett. Anschließend legt man sich auf die D12 des Tauchers, überstreckt mit der rechten Hand den Kopf und fixiert den Atemregler. Mit der linken Hand bedient man den Inflator des Tauchers.

Und dann hieß es langsam, aber kontinuierlich auftauchen. Die ersten Meter waren noch in Ordnung, aber ab ca. 4m beschleunigte sich das Ganze dann doch etwas 🙂

Wir haben den Aufstieg aus 9m zur Oberfläche ca. 10-12 Mal durchgeführt. Am Ende hatten wir dann beide den Dreh raus und konnten unseren bewusstlosen Taucher sicher und einigermaßen zügig an die Oberfläche bringen.

Am Strand bekamen wir dann noch eine Einführung, wie man einen Taucher am Besten aus der Bebänderung befreien kann. Allerdings ohne den Einsatz des Messers … was im Ernstfall wohl doch die leichtere Lösung ist.

Prüfung und Abendessen

Anschließend fuhren wir wieder zurück zur Basis und versorgten unsere Ausrüstung.

Für den Abend hat uns Rich dann noch die Prüfungsbögen ausgeteilt mit der Bitte diese auszufüllen.

Zum Abendessen sind wir wieder ins Luna gefahren und haben es uns dort wieder schmecken lassen. Falls ich das Restaurant noch nicht empfohlen habe, dann tue ich es hiermit!

Sechster Kurstag

Material für den GUE Tec1 Kurs

Materialschlacht GUE Tec1 Kurs

Der letzte Kurstag sollte noch einmal ereignisreich und spannend werden. Wir trafen uns bereits um 08:00 Uhr an der Basis um die Autos zu beladen. Wir wollten heute den Hafen wechseln um unnötige Zeit auf dem Boot zu vermeiden, da die angestrebten Wracks etwas weiter entfernt lagen. Für 2 Tauchgänge mit jeweils D12 und einer 80er Stageflasche, war das Auto dann doch auch schon gut gefüllt.

Von der Basis aus fuhren wir dann knapp 45 Minuten bis zum Hafen von Plomin. Dort wartete schon die Crew und das Boot auf uns.

Die Umgebung war sehr beeindruckend. Der Hafen lag in einem Tal und war komplett von Nebel eingeschlossen. Man konnte nur erahnen, was sich im Umfeld so alles befinden musste.

Nachdem das Boot beladen war und wir uns in die Trockis geschält hatten, ging es auch schon los.

Das erste Ziel war die Lina – ein Frachter, der mit dem Festland kollidiert ist, und direkt in Landnähe dann auch sank.

Tauchgang 1 – Lina

Nach dem Sprung ins Wasser schwammen wir geschlossen zur Shotline, nickten uns kurz ab und schon ging es in die Tiefe. Beeindruckend hier war, dass die Lina, schräg am Hang liegt. Ihr flachster Punkt ist der Bug, der in 25m beginnt – dort war auch die Shotline befestigt.

Von dort tauchten wir dann auf unsere angestrebte Tiefe von 45m ab. Das Wrack war wirklich super! Die Holzbeplankung der einzelnen Decks ist fast vollständig verschwunden. Das heißt man kann sehr schön in das Innere des Wracks schauen, und unter den Stahlverstrebungen hertauchen.

Auf 45m haben wir uns dann das Wrack ausgiebig betrachtet und sind dann entlang der Aufbauten wieder Richtung Bug getaucht.  Rich hat uns dabei noch einzelne Details, wie die Buchstaben der Reederei auf dem Kamin gezeigt. Ein absolut tolles Wrack.

Nach 30 min waren wir dann wieder an der Shotline und haben unseren Aufstieg begonnen.

Bereits beim Abtauchen habe ich bemerkt, dass mein linker Arm etwas nass wurde. Allerdings jetzt nicht stark. Allerdings hat sich das beim Aufstieg dann doch verschlimmert. Ich konnte richtig fühlen wie mir das Wasser aus dem Arm über die Brust und Bauch in Richtung Beine geflossen ist. Und auf dem 6m Stopp wurde es dann doch schon etwas frisch.

Daher war ich auch froh, als wir die 30 min Deko abgesessen hatten und wieder an der Oberfläche waren. Auf dem Boot sind wir dann direkt wieder mit einem heißen Tee versorgt worden und die Fahrt zurück zum Hafen begann. Mittlerweile hatte sich der Nebel auch verzogen und wir hatten für November Bilderbuchwetter.

Am Hafen hat sich dann das ganze Ausmaß meiner Flutung gezeigt. Der komplette Anzug war voll. Beim Anheben der Armmanschetten kam schon ein Sturzbach aus den Armen! Das war das erste Mal, dass ich voll gelaufen bin … und dann gerade beim Tec 1  … unmöglich!

Mittagspause und Tauchgang 2

Zur Mittagspause sind wir dann in ein nahegelegenes Restaurant eingekehrt. Hier gab es ein typisches, sehr leckeres kroatisches Mittagessen mit Fisch, Fleisch, Pommes und Salat. Im Anschluss besprachen wir noch die Theorieprüfung, die wir beide bestanden hatten 🙂

Die anderen 3 haben sich im Anschluss für den zweiten Tauchgang bereit gemacht. Da mein Unterzieher mehr einem nassen Sack ähnelte und ich nicht lokalisieren konnte, wie das Wasser in den Anzug kam, habe ich auf den zweiten Tauchgang verzichtet.

Dafür hatte ich dann die Gelegenheit, Mikes GoPro bei der Fahrt ein bisschen auszuprobieren und von den anderen ein paar Bilder bei der Vorbereitung zu schießen.

Am Tauchplatz der Vis lag bereits ein zweites Tauchboot, sodass ich während der „Pause“ auch etwas zu gucken hatte!

Grillen und Fazit

Abschluss BBQ auf kroatisch

Üppiges kroatisches Abschluss-BBQ

Abends wurden wir dann noch von Maurizio, dem Besitzer der Tauchbasis, zum Essen eingeladen. Es wurde kroatisch gegrillt… und wie! Ich glaube, ich habe alleine an diesem Abend 2 kg zugenommen. Es gab von scharfer Wurst und Käse, über eine Probe von 5 verschiedenen Olivenölen und Grillwürstchen, Rindersteaks, die fast zu groß waren für die Teller! Wahnsinn!

Ziemlich überfressen ging es dann ins Bett!

Fazit:Alles in allem war die Woche super lehrreich! Der Kurs war didaktisch super aufgebaut, und Richard Walker ist wirklich ein klasse Ausbilder!

Meine größten Bedenken vor dem Kurs waren die Aufstiege im Freiwasser und das Rumhängen auf den Dekostufen. Mit ein paar Tipps und Hinweisen von Rich hat das aber alles ohne Probleme geklappt, und das Komfortlevel hat sich wieder stark nach oben verbessert.

Wenn Ihr Euch mit dem GUE-System anfreunden könnt, und Euch im Bereich des technischen Tauchens fortbilden möchtet, dann kann ich Euch den Kurs nur ans Herz legen!

Die Woche war zwar wirklich anstrengend, aber hat auch sehr viel Spaß gemacht!

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