Tipps für Taucher

Tipps rund um das Thema "Tauchen"

Miniserie: Hintergrund zu De- und Rehydratation

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Im Tauchurlaub oder an Tauchplätzen sieht man viele Taucher, die tagsüber mit einer Flasche Wasser anzutreffen sind und ständig daraus trinken. Warum das?

Wie die Überschrift schon vermuten lässt, widmet sich die neue Miniserie auf “Tipps für Taucher” der Dehydratation und der Rehydration; sprich dem Verlust von Wasser und der Wiederaufnahme von Wasser beim Tauchen. Das klingt im ersten Moment nicht wirklich spannend, ist aber im Zusammenhang mit dem Tauchsport ein sehr wichtiges Thema!

In diesem ersten Artikel der Miniserie möchte ich ein bisschen den Hintergrund beleuchten: Warum sollte ein Taucher immer ausreichend trinken, und warum gibt man beim Tauchen mehr Flüssigkeit ab als an Land?

Ich bin kein Mediziner! Daher wird der Artikel nur Grundlagen aufzeigen können und erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder medizinische Korrektheit.


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Dehydratation

Medizinisch betrachtet bedeutet Dehydratation einen Flüssigkeitsmangel des Körpers. Will man es einfach ausdrücken, heißt das, dass man zu wenig Flüssigkeit aufgenommen hat.

Wie Ihr sicherlich aus Eurer Tauchausbildung wisst, ist es für Taucher wichtig vor einem Tauchgang gut hydriert zu sein. Sprich man sollte genügend Flüssigkeit aufgenommen haben.

Aber der Reihe nach:

Wie gibt der Körper Flüssigkeit ab?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie unser Körper Flüssigkeit abgeben kann:

  • Nieren: Über die Nieren wird Urin produziert, der abgegeben wird.
  • Magen-Darm-Trakt: Auch über den Stuhlgang verliert der Mensch Flüssigkeit.
  • Haut: Zur Kühlung des Körpers schwitz dieser, auch hier wird Flüssigkeit abgegeben.
  • Lunge: Auch über die Lunge verlieren wir Flüssigkeit – bei der Atmung wird die Luft angefeuchtet und somit wird beim Ausatmen Flüssigkeit abgegeben.

An der Oberfläche wird der Abgabe von Flüssigkeit keine besondere Aufmerksamkeit zu teil. Wenn wir schwitzen, trinken wir etwas. Wenn wir einen trockenen Mund haben, trinken wir auch etwas.

Beim Tauchen muss man der Flüssigkeitsabgabe aber besondere Aufmerksamkeit schenken. Wenn ein Taucher dehydriert tauchen geht, kann dies gefährlich für ihn werden. Es ist medizinisch nachgewiesen, dass Dehydratation in vielen Fällen für einen Tauchunfall verantwortlich ist.

Daher möchte ich kurz auf die vier oben genannten Aspekte eingehen:

Flüssigkeitsverlust über die Niere

Ich denke jeder Taucher kennt es, je länger und tiefer der Tauchgang wird, desto stärker wird auch der Drang eine Toilette aufzusuchen. Dies hat mit dem so genannten Gauer-Henry-Reflex zu tun (auch unter dem Begriff “Taucherdiurese” bekannt).

Einfach ausgedrückt heißt das, dass bei einem erhöhten Umgebungsdruck Blut verstärkt in den Körperkern gedrückt wird. Dadurch erhöht sich auch der Fülldruck des Herzens, was zu einer Verminderung der Adiuretin-Sekretion führt, welche einen erhöhten Harndrang nach sich zieht. Weitere Infos hierzu findet Ihr im DocCheck Flexikon


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Flüssigkeitsverlust über den Magen-Darm-Trakt

Unter normalen Umständen kann man diese Form der Flüssigkeitsabgabe beim Tauchen vernachlässigen. Wenn man vor einem Tauchgang ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen hat stellt dies kein Problem dar!

Kritisch wird das Ganze wenn man in südlichen Urlaubsregionen mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hat. Viele werden es z.B. aus Ägypten kennen, dass man dort recht oft mit Durchfall zu kämpfen hat. Da man hier sehr viel Flüssigkeit über den Magen-Darm-Trakt abgibt, ist es fast schon fahrlässig in diesem Zustand tauchen zu gehen!

Flüssigkeitsverlust über die Haut

Auch das ist im Normalfall beim Tauchen zu vernachlässigen. Allerdings ist es hier wichtig VOR dem Tauchgang darauf zu achten nicht all zu stark zu schwitzen!

In südlichen Regionen hat man oft die Situation, dass es am Meer warm ist aber gleichzeitig ein leichter Wind geht. Hier merkt man nicht, dass man schwitz, verliert aber gleichzeitig sehr viel Wasser über die Haut.

Kritisch zu sehen ist es auch, wenn man vor einem Tauchgang übermäßig in seinem Tauchanzug schwitzt. Sei es weil man in der prallen Sonne sitzt, oder weil der Anzug einfach zu warm ist (Trockentauchanzug). Auch hier ist dann Vorsicht geboten!

Flüssigkeitsverlust über die Lunge

Wie Ihr alle sicherlich wisst, ist die Luft in den Tauchflaschen besonders trocken. Das hat zur Folge, dass unser Körper mehr Flüssigkeit benötigt um die Einatemluft anzufeuchten. Im Umkehrschluss wird somit aber auch mehr Flüssigkeit beim Ausatmen abgegeben. Bei längeren Tauchgängen sollte man das im Hinterkopf haben!

Rehydrierung

Den Begriff Rehydrierung könnte man eigentlich hier im Artikel auch durch Hydrierung ersetzen. Es soll im Prinzip nur dargestellt werden, dass neben der Abgabe von Flüssigkeit auch Flüssigkeit aufgenommen werden muss.

Vor dem Tauchgang muss jeder Taucher auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten!

Im “Dehydratationsteil” hatte ich bereits vier Schwerpunkte der Flüssigkeitsabgabe beschrieben. Wenn wir uns diesen nun wieder widmen ergeben sich ein paar gute Hinweise, die man als Taucher beachten sollte!

  • Nur gut hydriert tauchen gehen! Das heißt, dass man rechtzeitig vor dem Tauchgang schon damit beginnt regelmäßig zu trinken. Hier bietet sich Wasser oder Saftschorle an. Ungeeignet sind Kaffee und Alkohol- diese entziehen dem Körper mehr Flüssigkeit als dass sie zuführen. Ob man gut hydriert ist kann man an der Farbe seines Urins leicht selbst feststellen, je klarer und farbloser dieser ist, desto besser hydriert ist man.
  • Nicht tauchen bei Durchfallerkrankungen! Da man hier sehr viel Flüssigkeit verliert ist es nicht ratsam tauchen zu gehen. Man hat kaum eine Chance die abgegebene Flüssigkeit im gleichen Verhältnis wieder aufzunehmen!
  • Schwitzen vor dem Tauchgang vermeiden! Das sagt sich einfacher als es ist, aber wenn man schattige Plätze aufsucht und körperliche Arbeit vermeidet (Flaschen schleppen), kann man hier schon einiges für seinen Flüssigkeitshaushalt tun!
  • Immer etwas zu trinken dabei haben: Der wichtigste Tipp ist aber, dass man als Taucher vor dem Tauchen immer etwas zu trinken dabei hat und davon auch regelmäßig den ein oder anderen Schluck nimmt! Ihr tut Euch damit nur Gutes!


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Wie geht es weiter?

So, das war der etwas medizin-lastige Teil der Miniserie. Er sollte Euch einen kurzen Überblick geben, wie und wo Dehydratation eigentlich entsteht, und wie man als Taucher seinen Flüssigkeitshaushalt in Ordnung halten kann.

In den kommenden drei Artikeln möchte ich das Ganze aus dem Blickpunkt der Tauchausrüstung beleuchten. Für die Männer wird der nächste Artikel alle Infos rund um das Urinalkondom bereit halten. Und die Frauen dürfen sich auf einen Gastartikel zum Thema “She-P” freuen. Den Abschluss wird dann ein Artikel zum Thema “trinken unter Wasser” machen- dieser wird die Möglichkeiten beleuchten während längerer Tauchgänge Flüssigkeit aufzunehmen.

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