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Pinkelventil in Trockentauchanzug einbauen

| 4 Kommentare

Eingebautes P-Valve in einem Trockentauchanzug

Der heutige Gastartikel von Simon zeigt Euch wie Ihr ein Pinkelventil (englisch: P-Valve oder Pee-Valve) in Euren Trockentauchanzug einbaut.

Der Einbau eines P-Ventils ist keine schwierige Angelegenheit und das Ventil wird schnell ein Teil der Ausrüstung, den man nicht mehr missen möchte.

Schritt 1: Welches Pinkelventil nutzen?

Der erste Punkt ist die Suche nach einem geeigneten Modell. P-Ventile gibt es in unterschiedlichen Varianten und Preisklassen, die alle Vor und Nachteile haben. Dieser Artikel beschreibt den Einbau des Ventils von Heser Tauchtechnik, welches sehr zu empfehlen ist.


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Schritt 2: Werkzeuge für den Einbau des Pinkelventils

Werkzeuge für den Einbau eines Pinkelventils

Zum Einbau benötigt man neben dem Ventil selbst noch ein Locheisen, Hammer, ein Holzbrett sowie den Mut ein Loch in den Anzug zu schlagen.
Ist alles gerichtet muss man sich über die Platzierung Gedanken machen. Bewährt hat sich die Position auf dem Oberschenkel leicht nach innen versetzt. Das Ventil sollte nicht nach Vorne abstehen und auf keinen Fall beim Flossenschlag stören. Ob links oder recht ist wiederum eine persönliche Entscheidung.

Schritt 3: Position des Pinkelventils festlegen

Position des Pinkelventils festlegen

Die Position bestimmt man am Besten wenn man im Anzug inklusive dickstem Unterzieher eine Stelle findet die weit genug von allen Nähten entfernt ist und die gewünschte Schlauchführung zulässt. Auch hier ist es wieder eine persönliche Entscheidung ob der Schlauch in direkter Verlängerung vom Ventil kommt oder in einem Bogen der Anschluss ” aus Richtung Norden” geführt werden soll. Bei der direkten Methode muss in der Regel ebenfalls ein Loch in den Unterzieher gestanzt werden.

Schritt 4: Vorbereitungen für das Stanzen des Lochs

Bevor das Loch in den Anzug gestanzt wird, Stelle für das Pinkelventil markieren

Hat man sich für eine Position entschieden wird diese markiert und es kommt der mental schwierigste Teil: Das Loch.

Der Einbauanleitung entnimmt man den benötigten Lochdurchmesser und kann dann im Baumarkt ein passendes Locheisen kaufen. Alternativ bietet sich ein Lötkolben, angespitztes Rohr oder für sehr mutige eine scharfe Schere an. Dreht man den Anzug auf links kann man nochmals prüfen dass man weit genug von Nähten entfernt ist.
Das wichtigste Gebot ist ein Holzbrett, welches nun unter die zu lochende Stelle kommt, ABER IM ANZUG! Legt man das Brett nur unter den Anzug hat man sich direkt ein redundantes Loch für das Backup-Ventil geschaffen.


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Schritt 5: Loch in den Trockentauchanzug stanzen

Wichtig: Brett IN den Anzug VOR dem Stanzen des Lochs

Ist man sicher der Position sicher, hat sich vergewissert, dass das BRETT IM ANZUGBEIN liegt kann es losgehen. Das Locheisen wird angesetzt und mit einigen beherzten Schlägen das Loch in den Anzug getrieben. In der Regel ist das Material recht widerstandsfähig weshalb es sich empfiehlt besser mit mehrere Schlägen das Loch ohne Absetzen in den Anzug zu bekommen.

Loch im Trockentauchanzug für das P-Valve

Sollt das Loch noch nicht fertig sein kann man mit einer scharfen Schere nachbessern.

Schritt 6: Einschrauben des Pinkelventils

Einschrauben des Pinkelventils

Ist das Loch erfolgreich “eingebaut” schraubt man das Ventil wie in der Anleitung beschrieben ein. Modelle andere Firmen müssen eventuell, wie in der beiliegenden Anleitung beschrieben, eingeklebt werden. Beim Einbau muss man auf die Richtung des Schlauches achten damit die gewünschte Schlauchführung ohne Probleme möglich ist.

Eingebautes Pinkelventil

Zum Schluss muss nur noch der Schlauch und der Adapter angebracht werden. Hier hilft es ungemein beide Teile mit etwas Seife etwas gleitfähiger zu machen.
Der Anzug ist nun bereit um von einem wohlhydrierten Benutzer auf seine Trockenheit geprüft zu werden.

Ein Wort zum Schluss: Ich möchte das Ventil nicht mehr missen und kann jedem nur raten sich ein P-Ventil einzubauen. Aber Vorsicht, das erste Mal ist … sehr gewöhungsbedürftigt!


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Vielen Dank an Simon für diesen Artikel. Und ich kann es nur bekräftigen. Wenn Ihr mal mit solch einem Pinkelventil getaucht habt, wollt Ihr nicht mehr ohne. Vor allem wenn die Tauchgänge mal länger werden als 60 min.

Gastartikel: Du hast auch eine Idee und möchtest diese anderen Tauchern zur Verfügung stellen. Da schreibe mich an. Ich freue mich über jeden Gastartikel. Wir können uns gerne vorab über Format, Bilder etc. unterhalten. Freue mich auf Euch zu hören.

4 Kommentare

  1. Blöde Frage aber kann man durch ein P-Valve auch mit Schmackes urinieren wenn es so richtig drückt oder nur mit wohl dosiertem Druck? Kann das Urinalkondom quasi überlaufen wenn zu fest gedrückt wird?

    • ist ja schon eine weile her das du gefragt hast, möchte aber trotzdem was dazu schreiben.
      du solltest deinen pinkeldruck, zumindest am anfang, dosiert weitergeben.
      erstens um der flüssigkeit die chance zu lassen durch den doch verhältnismäßig kleinen durchmesser des schlauches zu kommen. zweitens um die klebekraft deines kondoms nicht zu überschreiten. drittens könnte der schlauch oder das anschlußteil des kondoms geknickt oder abgedrückt sein. durch vorsichtige harnabgabe kannst du den aha-effekt verhindern und der schlauch hat die chance sich zu entknicken.

  2. Wenn man ein solches Ventil in einen Trocki aus Crash-Neopren oder gar Neopren einbaut, sollte man den Bereich mit einer Schlossschraube und zwei kräftigen Karosseriescheiben vorkomprimieren, sonst wird´s ab 20 m feucht.

    • Hallo Christian,

      wie soll das geschehen, dauerhaft oder nur zum Einbau? Reicht es die Stoffschicht bis aufs Neopren aufzurauhen oder gar zu entfernen und das Heserventil dann mit Aquasure einzukleben?

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