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Do-it-yourself-Kleiderbügel für Trockentauchanzüge

| 7 Kommentare

Do-it-yourself-Kleiderbügel für den Trockentauchanzug

Nach unserem Umzug musste ich mir für meinen Trockentauchanzug eine neue Möglichkeit überlegen, wie ich ihn zum Trocknen aufhängen kann. Der Bügel, mit dem der Anzug an den Füßen aufgehängt wird, war leider nicht mehr so optimal. Der jetzige Raum, in dem ich den Trocki zum Trocknen aufhänge, ist so niedrig, dass Schulterbereich und Arme auf dem Boden aufliegen. Und das mag ich überhaupt nicht.

Daher wurde es Zeit für einen neuen Bügel. Da ich schon des Öfteren gehört habe, dass die Standardbügel nicht so optimal für das Material des Trockentauchanzugs sind, habe ich mir aus einem PVC-Rohr einen neuen Bügel gebastelt. Wie er aussieht, und wie man sich so einen Do-it-yourself-Kleiderbügel für den Trocki bastelt, möchte ich Euch in folgendem Artikel zeigen:

Folgendes Material und Werkzeug wird benötigt:

  • PVC-Rohr
  • Seil
  • S-Haken aus Metall
  • Säge für Plastik
  • Teppichbodenmesser

Schritt 1: Wie lange muss das Rohr werden?

Bevor Ihr loslegt, müsst Ihr Euch im klaren sein, wie lange das Rohr werden soll/ kann. Abhängig ist dies von Eurem Anzug und der Örtlichkeit, an der Ihr den Trocki aufhängen möchtet:

  • Der Trocki wird zum Trockenen über das Rohr gehängt und somit “halbiert” (siehe Bild oben). Die Länge des Rohrs hängt nun von der Breite Eures Trockis in aufgehängtem Zustand ab. Je größer Euer Trocki, desto länger muss das Rohr natürlich sein. Zur Orientierung: Ich tauchen einen Anzug der Größe L. Mein Bügel-Rohr hat eine Länge von 80 cm.
  • Je nachdem wo Ihr den Trocki aufhängen werdet, solltet Ihr testen, ob ein Rohr von einer bestimmten Länge dort auch hin passt.

Das PVC-Rohr (sowie auch die anderen Teile) erhaltet Ihr in jedem Baumarkt.

Schritt 2: Zuschneiden des Rohrs

Zuschneiden des Rohrs

Um zu wissen, wie lange das Rohr genau werden muss, könnt Ihr den Trocki über das Rohr legen und somit testen, wie lange der Bügel optimalerweise werden muss. Markiert eventuellen Überstand mit einem Bleistift. Im nächsten Schritt fixiert Ihr das Rohr und sägt das überflüssige Stück ab. Ich habe hierzu eine Metallsäge mit sehr feinen Zähnen verwendet (die Profi-Hobby-Handwerker mögen mir das bitte verzeihen). Es hat damit aber sehr gut geklappt. Eventuelle Reste können mit einem Teppichbodenmesser vorsichtig entfernt werden.

Schritt 3: Das Seil einfädeln und zuschneiden

Zuschneiden des Seils

Im Nächsten Schritt fädelt Ihr das Seil durch das Rohr. Je nachdem wie eng Ihr das Seil am Rohr haben möchtet (hiervon ist abhängig wie hoch oder tief der Bügel hängt) nehmt ihr mehr oder weniger Seil. Für meinen Bügel habe ich ca. 180 cm Seil verwendet. Für das Aufhängen müsst Ihr ein bisschen Seil für einen Schlaufe einplanen (siehe nächster Schritt). Schneidet das Seil mit dem Teppichbodenmesser auf die passende Länge.

Nach dem Einfädeln verknotet Ihr die beiden Enden des Seils. Den Knoten habe ich dann in das Rohr verschoben, so dass er nicht stört.

Schritt 4: Schlaufe zum Aufhängen des Bügels

Der Kleiderbügel wird an der Schlaufe mit einem S-Haken aufgehängt

Im letzten Schritt knotet Ihr eine einfache Schlaufe in das Seil. In diese Schlaufe wird der metallene S-Haken eingehängt. Somit könnt Ihr den Bügel leicht auf eine Kleiderstange hängen.

Ich habe mich dazu entschieden, den Haken nicht in das Seil mit einzuknoten, sondern ihn separat zu lassen. Hintergrund ist, dass ich schlechte Erfahrungen mit spitzen und metallenen Gegenständen in der Nähe meines Trockis gemacht habe. Beim Auf- und Abhängen des Trockis auf das Rohr, entferne ich den S-Haken um ein mögliches Beschädigen des Anzugs zu vermeiden.

Auch perfekt für einen Unterzieher

Unterzieher und Trockentauchanzug optimal aufgehängt zum Trocknen

Einen zweiten Kleiderbügel dieser Form habe ich mir für meinen Unterzieher gebastelt.

Wichtig beim Trocknen ist, dass Ihr sowohl Anzug als auch Unterzieher auch mal auf links dreht. Da der Anzug in der Hälfte aufgehängt ist, wird ein Belüften der Beine erschwert.

Für mich bietet dieser Kleiderbügel den Vorteil, dass sowohl der Trockentauchanzug als auch der Unterzieher nicht auf dem Boden aufliegen. Durch die große Auflagefläche auf dem Rohr, wird das Material des Anzugs auch nicht wirklich strapaziert.

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7 Kommentare

  1. Hallo Stefan,

    als Erstes möchte ich sagen, daß ich Deine Seite und die Arbeit, die Du da reinsteckst super finde. Was den Bügel anbelangt, so hab ich dies früher auch so gemacht – hat nur den Nachteil, daß der Anzug in der Mitte komplett aufliegt und die Beine und Füße feucht bleiben da Du die Luftzirkulation abschneidest. Bei Trilaminat-Trockies würde ich ihn bei diesem Bügel auf Links drehen, soweit es geht und erst danach von außen trocknen.

    Gruß Nils

  2. Hallo,

    prinzipiell gute Idee allerdings wird die feuchte nicht mehr aus den Füßen kommen was glaub ich nicht so von Vorteil ist!

    Mfg Bernhard

    • Hi Bernhard,
      ja, das Feuchte-Problem ist bekannt. Allerdings hänge ich den Anzug nicht auf, und lasse ihn dann tagelang dort hängen. Sobald eine Seite getrocknet ist, wird der Anzug umgedreht (steht auch so im Artikel ;)
      Zum Lagern halte ich Bügel für Trockis eh für nicht optimal, da entweder Material oder Reißverschluss unnötig belastet werden.
      Wenn mein Anzug trocken ist, dann kommt er gefaltet in eine Tasche. Dort lagert er dann bis zum nächsten Einsatz.
      Grüße
      Stefan

  3. Hallo Leute,

    ich habe mir einen stabilen Kunststoffkleiderbügel (2,50€) besorgt der Rund ist. Ca. so stark wie ein Wasserrohr. Im Baumarkt habe ich diese Rohrisolierungen besorgt und einfach passend auseinander geschnitten und seitlich aufgeschoben. Dadurch hat man einen sehr großen weichen Radius um den Anzug “normal” aufzuhängen. Man kann die optimale Schulterbreite durch das Schaumstoffrohr anpassen. Funktioniert super, schnell gemacht und wesentlich günstiger als die normalen Tauchbügel. Das kann man auch für alle anderen Anzüge so machen

  4. Moin moin,

    für meine Neoprenanzüge habe ich Bügel auf Drainagerohr gebaut.
    Breite der Schultern ausgemessen, zugeschnitten, Kanten mit Isolierband entschärft. Mittig einen kleinen Keil aus dem unteren Teil des Rohres geschnitten (Kanten mit Isolierband auch entschärft) und dann mit Band an der Stelle umbunden.
    Der rausgeschnittene Keil lässt zu, dass sich das Rohr etwas biegt und so dem Schnitt des Anzugs folgt.
    Vorteile sind, dass das Drainagerohr einen großen Durchmesser und damit eine große Auflagefläche bietet und die Löcher im Rohr verhindern ein “schwitzen” an den Auflagestellen.

    Meine Neopren Füßlinge werden an einem doppelten Galgen über einen Balken oder an einen Haken aufgehängt. Die Schlaufe geht dabei um das vorderen Fußteil – Zehenseite. So werden die Stinker mal richtig trocken ;-)

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