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Kleinteile für Taucher #3 O-Ringe

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Kleinteile für Taucher #3 O-Ringe

Im heutigen Artikel möchte ich ein sehr kleines Kleinteil beleuchten, das aber – wenn defekt – ganz schnell einen Tauchgang beenden kann: Der O-Ring.

O-Ringe werden beim Tauchen unter Anderem zum Abdichten von Druckluftschläuchen, ersten und zweiten Stufen verwendet. Da sie hier zum Teil recht stark beansprucht werden kommt es von Zeit zu Zeit dazu, dass O-Ringe undicht werden. Dies passiert im Besten Fall beim Zusammenbauen der Ausrüstung (hier kann man evtl. schnell noch einen neuen O-Ring verbauen) oder im ungünstigsten Fall am tiefsten Punkt des Tauchganges.

Wenn Ihr Euch Eure Taucherausrüstung einmal genauer betrachtet, werdet Ihr feststellen, dass unterschiedliche Größen von O-Ringen verbaut sind. Die Kleinsten O-Ringe sitzen im Swivel zwischen Hochdruckschlauch und Finimeter. Der “Standard-O-Ring” sitzt im Gewinderad der 1. Stufe. Und die größten O-Ringe dichten den Deckel der Tanklampe oder das Gehäuse des Scooters ab.

Aber was solltet Ihr jetzt in Eurer Werkzeugbox haben?

Ganz einfach: Wenn Ihr wirklich auf Nummer sicher gehen wollt, dann solltet Ihr von jeder O-Ring-Größe, die in Eurer Ausrüstung verbaut ist, einen Ersatz-O-Ring dabei haben. Es kommt zwar nur recht selten vor, dass Euch ein O-Ring wirklich den Tauchgang verdirbt, aber wenn, dann ist es natürlich sehr ärgerlich. Der wohl am Häufigsten verlorene O-Ring ist sicherlich der Dichtring zwischen dem Anschluss der 1. Stufe und dem Flaschenventil.

Wenn Ihr Euch nun einen kleinen Vorrat zulegen möchtet, schaut mal beim Tauchshop Eures Vertrauens nach den gängigsten O-Ring-Größen. Ab und an bekommt man hier schon kleinen Tüten mit verschieden großen O-Ringen zu kaufen. Immer mal wieder findet man auch große Boxen mit mehreren dutzend O-Ringen darin. Davon würde ich Euch eher abraten – O-Ringe werden mit der Zeit porös. D.h. wenn Ihr einen großen Vorrat an O-Ringen zuhause liegen habt, wird das Material mit der Zeit eher schlechter. Daher würde ich bei Bedarf einzelne O-Ringe nachkaufen. Bei Eurem Bestand in der Werkzeugbox solltet Ihr auch von Zeit zu Zeit schauen, ob das Material der O-Ringe noch in Ordnung ist. Denn nichts ist ärgerlicher als einen defekten O-Ring mit einem porösen O-Ring zu tauschen!

Wofür werden O-Ringe verwendet?

Wie oben bereits geschrieben, gibt es mehrere Einsatzgebiete für O-Ringe. Die gängigsten möchte ich Euch hier kurz vorstellen:

In der Anschlusswelle der 1. Stufe

O-Ring in der Anschlusswelle der 1. Stufe

Wenn Ihr schon ein paar Jahre Taucherei auf dem Buckel habt, dann habt Ihr diesen O-Ring sicherlich schon einmal verloren! Der O-Ring in der Anschlusswelle der ersten Stufe dient dazu den Bereich zwischen Flaschenventil und 1. Stufe abzudichten. Der O-Ring ist nur in eine Kerbe gedrückt und kann dadurch leicht heraus fallen. Ich kontrolliere vor jedem Tauchgang, ob dieser O-Ring auch richtig sitzt.

Als Dichtung der Schläuche

O-Ring als Dichtung zwischen Schlauch und 1. Stufe

Eine weitere Stelle, an der O-Ringe zum Einsatz kommen sind die Mittel- und Hochdruckschläuche. Hier sitzt am Ende des Gewindes ein kleinerer O-Ring, der den Schlauch in Richtung 1. Stufe und/ oder 2. Stufe/ Finimeter abdichtet. Wenn dieser O-Ring langsam undicht wird, merkt man es an den kleinen Bläschen, die beim Tauchen ganz gerne dort hervor blubbern.

Im Deckel der Tanklampe

Großer O-Ring im Deckel der Tanklampe

Ein etwas größerer O-RIng sitzt im Deckel der Tanklampe. Dieser O-Ring bedarf auch vor jedem Tauchgang einer Kontrolle. Denn nichts ist ärgerlicher (und auch wirklich teuer) als ein Wassereinbruch in den Lampentank und eine damit verbundenen Flutung des Akkus! Prüft vor dem Tauchgang ob eventuelle Schmutzpartikel auf dem O-Ring haften und damit ein Dichten erschweren. Auch solltet Ihr darauf achten, dass der O-Ring beim Verschließen des Lampentanks richtig sitzt, da man ihn ansonsten leicht einklemmen kann – auch hierdurch wird die Dichtung negativ beeinflusst.

Diese Auflistung umfasst natürlich nicht alle O-Ringe an der Taucherausrüstung. Aber sie gibt Euch einen kleinen Eindruck, wo überall O-Ringe verbaut sind. Schaut Euch einfach mal Eure Ausrüstung genauer an und Ihr werdet noch viel mehr O-Ringe finden: Im Lampenkopf, in der Backup-Lampe, im Inflator, im Tauchcomputer, …

Und somit hätten wir nun schon folgende Gegenstände in unserer Werkzeugbox:

  1. Fahrradschlauch
  2. Gummileine
  3. und neu dabei: O-Ringe

 

9 Kommentare

  1. Hallo,

    schöner Artikel. Interessant wären noch die Größen für gängige O-Ringe (z.B. 1. Stufe, 3/8″ MD-Schläuche etc.) zu erwähnen. Das sind ja Standardteile und im Industriebedarf sicherlich günstiger zu bekommen als im Tauchshop (“Taucherzuschlag”).

  2. Ersteinmal großes Lob für die Seite!
    Ich denke (angehende)Tec- und ambitionierte Sporttaucher können hier was lernen.
    Was für O-Ring Materialien verwendet ihr?
    Es wäre doch sinnvoll sich direkt O2 kompatible Ringe zu kaufen, wenn man mit entsprechenden Gasen taucht?!

  3. Hallo,

    vielen Dank für den Artikel. Mich würde, als Zusatzartikel vielleicht, noch ein anderes Thema interessieren. Und zwar geht es um das Thema “Fetten von O-Ringen”.
    Ich hab ein wenig das Gefühl, daß hier viele Sagen und Märchen umhergehen. Manche sagen “nicht fetten”, andere sagen “regelmäßig fetten”. Und ganz lustig wirds bei dem Thema “welches Fett”. Leider verwirren auch verschiedene Bedienungsanleitungen von Tauchsportartikeln diversester Hersteller. Mal ist von Silikonfett die Rede, mal darf unter keinen Umständen Silikonfett verwendet werden.
    Ich würde mich freuen, wenn Du Dich mal dem Thema annehmen könntest, denn früher oder später wird wohl jeder Taucher mit dem Thema konfrontiert.

    • Hallo Sven,
      danke für den Kommentar. Ich setzte mir das Thema mal auf die Ideenliste. Mal schauen, was ich machen kann :)

      Grüße
      Stefan

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