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Argon-Flasche befestigen

| 3 Kommentare

Rückenplatte mit Argon Set (Argon-Flasche, Gurt zur Befestigung, 1. Stufe und Inflatorschlauch)

Wenn die Temperaturen in den Seen zum Winter hin wieder kälter werden, liest man in den Taucher-Foren wieder verstärkt Artikel über das Thema”Argon”. Argon wird von Tauchern gerne als Füllgas für den Trockentauchanzug verwendet. Im Gegensatz zu Luft hat es eine größere Dichte und (soll) dadurch den Anzug besser isolieren. Wie sinnhaft das Ganze ist, darüber wird noch ausgiebig diskutiert. Taucher, die Argon als Füllgas tauchen, schwören darauf!

Spätestens wenn Ihr mit dem technischen Tauchen beginnt, und die Atemgase Helium-haltig werden, müsst Ihr Euch Gedanken über eine separate Belüftung des Trockentauchanzuges machen. Denn unbestritten ist, dass Helium, das als Füllgas für den Trocki eingesetzt wird, den Taucher sehr sehr schnell auskühlt!

Daher kommen beim Tauchen mit heliumhaltigen Gemischen sehr oft kleine Flaschen zum Einsatz, die nur das Gas für den Trockentauchanzug beinhalten. Diese Flaschen haben meist eine Größe von 0,7 oder 1 l. Bei tieferen Tauchgängen kommen auch Flaschen mit einer Größe von 3 l zum Einsatz.

In der nachfolgenden Anleitung möchte ich Euch zeigen, wie man eine solche Flasche, in Taucherkreisen auch “Argon-Flasche” genannt, an der Backplate befestigt, und was man bei der Schlauchführung beachten sollte.

Schritt 1: Die Argon-Flasche, die Halterung und die spezielle 1. Stufe

So genannte Argon-Sets (bestehend aus Flasche, Befestigungsgurten und einer speziellen 1. Stufe) erhält man mittlerweile in jedem gut sortierten Tauchladen. Bevor Ihr aber den Kauf tätigt, solltet Ihr Euch ein paar Gedanken über die Größe der Flasche machen!

Wenn Ihr tiefere oder längere Tauchgänge durchführen möchtet, bietet sich eine größere Flasche an (3 l). Bei flacheren Tauchgängen reicht eine 0,75 oder 1 l Flasche. Als kleine Orientierung: Für Tauchgänge im Tec 1 Bereich (max. 50m) reicht eine 0,75 l Flasche aus. Abhängig von der Größe werden die Flaschen unterschiedlich an der Ausrüstung befestigt. Die größeren Argon-Flaschen werden meist an die Flaschen auf dem Rücken befestigt. Die kleineren Flaschen, kann man mit speziellen Gurten an der Rückenplatte befestigen.


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Schritt 2: Die Gurte an der Rückenplatte befestigen

Schritt 2: Der Befestigungsgurt für die Argonflasche wird an der Rückenplatte verschraubt

Zu Beginn müsst Ihr den/ die Gurte an der Rückenplatte befestigen.

Hier gibt es zwei Meinungen:

  1. Beide Gurte werden benutzt.
  2. Nur ein Gurt wird benutzt.

Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile!

Ein normales Argon-Set wird immer mit zwei Befestigungsgurten ausgeliefert. Wenn Ihr beide Gurte verwendet, sitzt die Argonflasche sicher an der Backplate. Allerdings kann es vorkommen, dass in diesem Fall die Flasche zu hoch sitzt. D.h. Ihr könnt das nach unten gerichtete Ventil nicht erreichen, oder der Finimeter ist auf gleicher Höhe mit dem Ventil und der 1. Stufe – hier ist ein Hantieren sehr umständlich.

Die zweite Möglichkeit sichert die Argonflasche zwar nur mit einem Gurt, dadurch sitzt diese aber deutlich tiefer und ist einfacher zu bedienen. Auch ein Stören beim Abclippen des Finimeters wird daduech verhindert. Im weiteren Verlauf möchte ich hier die zweite Möglichkeit vorstellen, die ich auch so tauche!

Wenn Ihr Euch für die Lösung mit einem Gurt entschieden habt, wählt Ihr auf der linken Seite der Backplate (vom Taucher aus gesehen) ein Loch, das möglichst in der Mitte sitzt. Hier schraubt Ihr den Haltegurt mit Hilfe der mitgelieferten Schraube fest.


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Schritt 3: Gummischlaufe befestigen

Schritt 3: Die Gummischlaufe wird an der Rückenplatte befestigt. Die Schlaufe verhindert ein Herausrutschen der Argonflasche nach unten.

Um ein Nach-unten-Rutschen der Argon-Flasche zu vermeiden, wird diese unten mit einer Gummischlaufe befestigt. Hierzu verwendet Ihr die übliche Bungee-Leine, die z.B. auch bei den Schlaufen in der Trockitasche zum Einsatz kommt. Hierzu schneidet Ihr ein ca. 20 – 25 cm langes Stück zurecht! Die Länge ist hier abhängig davon, wie tief Ihr die Argon-Flasche haben möchtet.

Die beiden Enden der Gummileine werden verknotet. Anschließend fädelt Ihr die Schlaufe durch das untere Loch auf der linken Seite der Backplate. Setzt auf die andere Seite des Lochs noch einen Knoten um die Schlaufe gegen Herausrutschen zu sichern.

Schritt 4: Die Argon-Flasche anbringen

Im nächsten Schritt könnt Ihr nun die Argon-Flasche befestigen. Öffnet hierzu das Klettband des Gurtes und legt die Flasche ein. Das Ventil fädelt Ihr durch die Gummischlaufe im unteren Bereich. Schiebt die Argon-Flasche möglichst weit nach unten. Nu schließt den Sicherungsgurt und zieht diesen gut an, dann das Klettband schließen.

Schritt 5: Anschluss der 1. Stufe

Schritt 5: Nachdem Ihr die Argonflasche befestigt habt, wird die 1. Stufe mit dem Inflatorschlauch für den Trockentauchanzug, aufgeschraubt

Wenn die Argon-Flasche sicher befestigt ist, könnt Ihr die 1. Stufe aufschrauben. Wenn Ihr Euch ein Argon-Set zugelegt habt, dann habt Ihr sicherlich auch eine spezielle 1. Stufe dazu erhalten. Diese Stufen eignen sich NICHT zum Atmen sondern sind einzig und alleine für das Befüllen des Trockentauchanzugs gedacht. Der Vorteil dieser speziellen 1. Stufen ist, dass sie nicht so aufwändig gefertigt sind wie 1. Stufen für Atemregler. Ihr merkt alleine an der Durchflußrate, dass eine normale 1. Stufe hier deutlich höhere Werte hat!

Wichtig! Achtet beim Kauf darauf, dass die 1. Stufe für die Argon-Flasche ein Überdruckventil hat. Dieses kann entweder über einen Mitteldruckanschluss integriert werden, oder es ist direkt schon in der Stufe verbaut!


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Die Schlauchführung

Die Führung des Inflatorschlauchs: Dieser läuft von der Argonflasche kommend unter dem Bauchgurt durch zum Einlassventil des Trockentauchanzuges

Bei der Schlauchführung gibt es ein paar Punkte zu beachten!

  1. Der Inflatorschlauch für den Trocki soll den langen Schlauch/ long hose nicht behindern!
  2. Das Ventil der Argon-Falsche darf Euch nicht beim Abclippen des Finimeters behindern.

Optimal verläuft der Trocki-Inflatorschlauch von der Argonflasche unter Eurem Bauchgurt hindurch zum Einlassknopf des Trockentauchanzugs. Damit ist sichergestellt, dass der Inflatorschlauch fixiert ist und Euch nicht stört.

Beim ersten Tauchgang mit der neuen Argon-Flasche ist es ratsam direkt zu versuchen den Finimter zu clippen. Ist diese nicht ohne Umstände möglich, solltet Ihr die Position der Argon-Flasche noch einmal verändern. Ihr könnt auch Euren Tauchpartner bitten sich Eure Konfiguration unter Wasser von der Seite anzuschauen – er/sie kann dann leichter erkennen, ob es irgendwo zu Problemen mit dem Finimeter- oder Inflatorschlauch führen könnte.

Wichtig beim ersten Tauchgang ist auch, dass Ihr ausprobiert, ob Ihr das Ventil der Argon-Flasche unter Wasser leicht geöffnet und geschlossen bekommt.

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3 Kommentare

  1. Guter Beitrag. Allerdings haben die kleinen Flaschen üblicherweise ein Volumen von 0,85 l und nicht 0,75…

  2. Hi Stefan,

    3l Aluflaschen mit einem Betriebsdruck von rund 200 bar sind in der Regel zu schwer. Die klassische Variante sind amerikanische 14 cuft. low pressure Flaschen mit einem geringeren Betriebsdruck von rund 140 bar (2000psi), bei denen die Wandstärke entsprechend geringer ist und die hierdurch annähernd neutral im Wasser sind. Leider sind diese heute nur noch gebraucht zu bekommen. Die üblichen 3l 200 bar Flaschen stellen aber keinen zufriedenstellenden Ersatz dar, da man hier gerade bei größeren Rückenpaketen oder RB-Frames Störungen in der Balance hat. Mit anderen Worten : Tauchen kann man es, aber schön ist was anderes.

  3. Hi Stefan

    Toller Artikel, wie auch Deine Anderen und das gesamte Werk hier. Ich empfehle es auch immer gerne weiter wenn ich etwas gefragt werde.

    Im ersten Absatz schreibst Du, dass Argon eine höhere Dichte als Luft hat (so weit so gut) und daher besser isoliert.

    Und genau da liegt das Problem. Höhere Dichte stimmt, die besser Isolationswirkung kommt aber aus der geringeren Wärmeleitfähigkeit.

    Die hohe Dichte spielt da em Ende wieder negativ rein, diese Diskussion lassen wir aber lieber sein. :-)

    Grüße Martin

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