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Tipps rund um das Thema "Tauchen"

Video zu “Essen und Trinken unter Wasser”

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Essen und Trinken unter Wasser – Banane, Joghurt, Müsliriegel und Capri-Sonne

Essen und Trinken unter Wasser? Was soll das denn für ein Quatsch sein? Gebt es zu, diese Frage habt Ihr Euch auch gestellt, als Ihr die Überschrift des Artikels gelesen habt! ABER, der Artikel hat einen ernsten Hintergrund … wobei, eigentlich nicht wirklich.

Auf den Websites diverser Tauchgruppen liest man immer mal wieder, dass sich Taucher auf langen Tauchgängen auch unter Wasser ernähren. Das fängt bei Getränken aus einem Camelbag an und hört bei einem Big Mac Menü in einem Habitat auf (das gab es wohl schon wirklich!). Da uns bei längeren Tauchgängen in unseren Baggerseen auch immer mal wieder ien bisschen langweilig wird, mussten wir das natürlich auch mal ausprobieren.

Auf unserer Menüliste standen:

  • Capri-Sonne
  • Corny Müsliriegel
  • Banane
  • Joghurt aus dem Beutel
  • Apfelschorle aus einem Camelbak

Testort war ein Baggersee nördlich von Karlsruhe. Um das alles zu dokumentieren, haben wir natürlich ein paar Videos gedreht. Und diese folgen nun:

Bevor wir aber loslegen, warum isst und trinkt man unter Wasser beim Tauchen? Bei sehr langen Tauchgängen (>2 Stunden) kann es sinnvoll sein unter Wasser Flüssigkeit aufzunehmen. Während eines normalen Tauchgangs verliert ein Taucher viel Flüssigkeit überNieren und Blase (die so genannte Taucherdiurese) und über die Atmung. Wie Ihr sicherlich alle im Tauchkurs gelernt habt, sollte man immer in einem gut hydrierten Zustand tauchen gehen, sprich genug Flüssigkeit zu sich nehmen. Das klappt an der Oberfläche sehr gut, unter Wasser ist es ein wenig komplizierter, aber möglich. Mit dem ein oder anderen Schluck unter Wasser kann man zum einen die Kehle anfeuchten, die nach langem Tauchen durch das Atemgas austrocknet und zum anderen kann man seinen Flüssigkeitshaushalt positiv beeinflussen. Dies ist gerade auch bei Dekoverpflichtungen nicht außer acht zu lassen.

Sollten die Tauchgänge noch länger werden, bietet es sich auch an etwas zu essen zu sich zu nehmen, einfach um die Energiespeicher des Körpers wieder zu füllen.

Jetzt aber zum Test und den Videos:

#1 Capri-Sonne

Wir beginnen mit dem absoluten Klassiker: Der Capri-Sonne. Von Herstellerseite ist die Capri-Sonne schon perfekt für das Tauchen verpackt. Der Beutel lässt sich leicht in der Beintasche transportieren. Und auch das Öffnen unter Wasser ist absolut einfach. Mittlerweile gibt es Capri-Sonne in zwei Variationen: Mit Strohhalm und mit Schraubverschluss. Ich bevorzuge den Strohhalm, da durch die dünnere Öffnung (gegenüber dem Schraubverschluss), weniger Umgebungswasser in die Capri-Sonne eindringen kann.

Achtet auch darauf, dass Ihr die zuckerreduzierten Varianten kauft. Ansonsten klebt Euch beim Tauchen die Zunge am Gaumen!

Die Capri-Sonne ist auch der perfekte Einstieg um das Trinken unter Wasser zu üben! Versucht es am Anfang mit sehr kleinen Schlucken. Passt auf, dass Ihr Euch nicht verschluckt, oder Euch die Luft ausgeht! Absolute Könnern “ziehen” die Capri-Sonne mit einem Zug unter Wasser leer! Allerdings mit viel Übung vorher.

#2 Müsliriegel

Gleich in unserem ersten Video über Essen, wird deutlich, dass nicht alles geeignet ist, unter Wasser gegessen zu werden. Von Müsliriegel haben wir mal in irgendeinem Forum gelesen. Daher musste das auch ausprobiert werden. Allerdings werdet Ihr im video gleich erkennen, dass sich der Taucher doch recht lange abmüht, bis der Riegel soweit zerkaut ist, dass er auch geschluckt werden kann. Ein anderes Problem ist, dass Ihr beim Essen sehr viel Umgebungswasser in den Mund bekommt, das “mitgegessen” werden muss. Meine Empfehlung daher: Müsliriegel sind zum Essen unter Wasser nicht geeignet … außer Ihr esst sie in einem Habitat ;)

#3 Banane

Das nächste Essen auf unserer Speisekarte war eine Banane. Und hier muss ich zugeben, dass ich anfangs etwas skeptisch war. Allerdings hat mich die Banane absolut positiv überrascht!

Den ersten Pluspunkt erhält die Banane wegen ihrer biologischen Verpackung. Da ich persönlich eh ein Banane-Fan bin, musste das natürlich auch beim Tauchen ausprobiert werden. Ein weiterer Vorteil der Banane ist, dass man sie essen kann, ohne viel Wasser in den Mund zu bekommen. Durch die Konsistenz der Banane ist diese recht schnell gekaut und kann schnell geschluckt werden. Bei diesem Tauchgang mein absoluter Favorit – mein Tauchpartner war allerdings noch etwas skeptisch!

#4 Joghurt aus dem Beutel

Neben dem klassischen Joghurt im Becher, gibt es im Kühlregal auch Joghurts aus dem Beutel. Diese sind wohl eher für Kinder gedacht, allerdings eigenen sie sich auch perfekt für das Essen unter Wasser. Genau wie die Capri-Sonne ist das Joghurt in einem Beutel mit Schraubverschluss verpackt. Unter Wasser muss man diesen nur Öffnen und den Beutel direkt in den Mund ausdrücken. Durch die Konsistenz des Joghurts lässt sich dieser direkt schlucken, ohne lange gekaut zu werden.

#5 Apfelschorle aus dem Camelbak

Unser letztes Video zeigt das Trinken aus einem Camelbak. Der Camelbak ist ein großer Beutel mit einem Trinkschlauch. Details dazu, und wie Ihr ihn an einer Stageflasche befestigt, erhaltet Ihr in folgendem Artikel: Camelbak an einer Stage befestigen. Für diesen Tauchgang hatten wir ein sehr stark verdünntes Apfelschorle dabei. Durch die Befestigung an der Stageflasche stört der Bak überhaupt nicht beim Tauchen. Zum Trinken wird der Trinkschlauch hervorgeholt, auf das Mundstück gebissen, und schon kann getrunken werden. Wir hatten die 3l-Variante dabei. Was wirklich ausreichend war!

Fazit

Ob man das alles bei einem normalen Tauchgang benötigt? Nein, definitiv nicht. ABER: Es hat echt viel Spaß gemacht ;)

Was das Essen anbelangt, so waren Joghurt und Banane meine absoluten Favoriten. Denke beim nächsten Tauchgang, der die drei Stunden überschreitet, werden die beiden wieder dabei sein.

Die Capri-Sonne ist eh ein absolutes Muss bei uns – gerade im Sommer. Bei fast jedem Tauchgang haben wir welche dabei. Diese werden dann einfach zwischendurch getrunken. Das Team formiert sich vorbildlich im Kreis und jeder “köpft” sein Trinkebeutel. Nach dem Verstauen in der Beintasche geht es entspannt weiter.

Auch der Camelbak ist super für das Tauchen geeignet… auch wenn seine Erfinder vielleicht nicht daran gedacht hatten. Er hat ein deutlich größeres Fassungsvermögen als z.B. die Capri-Sonne, und er ist natürlich wiederverwertbar. Ebenfalls von Vorteil ist, dass man sich den Inhalt selbst mischen kann. Sei es nur Wasser oder ein stark verdünntes Fruchtsaftschorle.

Falls Ihr auch mal versuchen möchtet beim Tauchen etwas zu trinken, tastet Euch langsam heran! Es ist sehr leicht sich zu verschlucken. Ohne Atemregler kann es da leicht mal brenzlig werden! Fangt im flachen Bereich mit einer Capri-Sonne an, und trinkt in kleinen Schlucken. Je öfter Ihr das macht, desto einfacher wird es auch! Die Banane ist dann die Reifeprüfung ;)

Wichtig, wenn Ihr auch mal Ess- oder Trinkbares mit unter Wasser nehmt: Nehmt Euren Müll wieder mit nach Hause!

Ich hoffe die Videos haben Euch gefallen! Was habt Ihr schon unter Wasser gegessen oder getrunken? Schreibt es einfach mal in die Kommentare. Wenn genug neue Testobjekte zusammenkommen werden wir wieder einen Versuchstauchgang mit Kamera starten!

 

6 Kommentare

  1. Lange darauf gewartet :)

    Statt des Camel-Baks ist allerdings nochmal der Joghurt als Video verlinkt.

  2. Die Banane ist natürlich das naheliegendste UW-Nahrungsmittel. Wie Du schon schreibst, wegen der biologischen Verpackung und weil sie schnell zu zerkauen ist.

    Ab wie sieht es mit der Tieftauchtauglichkeit von Bananen aus?
    Hat man da nicht ab 30, 40 oder 50 Meter Tiefe nur noch Bananenmus?
    Habt Ihr da mal Versuchsreihen mit verschiedenen Bananensorten und Tiefen gemacht?

    Gruß
    Finas

    • Hej Finas,
      nein, so weit sind unsere “Versuchsreihen” noch nicht :)
      Die Banane bei uns war max. 10 m tief. Und in diesem Bereich hat sich noch gar nichts verändert.
      Wenn ich das nächste Mal tiefer gehen sollte, nehme ich eine Banane mit.

      Was ich mir aber vorstellen könnte, dass die Banane bei kaltem Wasser etwas leidet. Normalerweise werden Bananen in Kälte ja recht schnell braun.

      Ich werde berichten!
      Stefan

  3. Hi Stefan,

    also bei der nächsten Tieftauchgelegenheit werde ich auch mal die Bananentauglichkeit testen.

    Das kann aber etwas dauern, da ich hier im Norden eigentlich nur in Hemmoor Gelegenheit zum Tieftauchen habe. Und da komme ich in den nächte 2-3 Wochen wohl nicht hin.

    Der Druck wird wohl eher das Problem sein als die Kälte. So lange wird die Banane ja nicht tiefgekült.

    Gruß
    Finas

  4. Inzwischen habe ich mal die Tieftauchtauchglichkeit von Bananen getestet.

    Zumindestens bis 40 m halten sie tatsächlich gut durch.
    Die Schale wird schnell braun, aber das Fruchfleisch bleibt okay.

    Einziger Haken: Durch die Temperatur auf der Tiefe (4°C oder kälter) werden die Bananen “tiefgekühlt” und sind nur noch eingeschränkt geniessbar.

    Gruß
    Finas

  5. Ich nutze immer Fruchtmus aus dem Quetschbeutel. Hat einen relativ hohen Brennwert, versorgt den Körper mit der nötigen Energie und lässt sich gut schlürfen.
    Mein Favorit:
    https://frechefreunde.de/shop/quetschbeutel/126-apfel-birne-blaubeere-dinkel-4260249140448.html

    Gruß
    Vinc

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